Kopf frei laufen

Ein paar arbeitsfreie Tage, dazu kaum andere Verpflichtungen und fertig ist das kleine Rezept um ein paar Kilometer mehr als sonst zu rennen.
Die letzte Woche konnte ich meine freie Zeit also nutzen und war fast täglich laufend unterwegs, wollte einfach mal wissen wie es um meine Ausdauer so steht, hatte Lust andere Strecken zu laufen, musste dringend den Kopf freibekommen und mich auch einfach mal ein wenig auspowern.
Das Wetter war passend, nicht zu warm nicht zu kalt, alles perfekt. Angefangen mit einem 27km Lauf wurde es die Tage darauf geringfügig kürzer, aber am Ende war die Woche mit 110km gefüllt, das hatte ich schon ewig nicht mehr geschafft.
Ich geb zu dass am Freitag dann auf den letzten paar Kilometern ein wenig die Luft raus war, aber so war ja der Plan.

Meinen Rückweg bin ich oft in der Altstadt am Rheinufer entlang gelaufen, am Wochenende ist dort flüssiges Laufen völlig unmöglich, viel zu voll, also einfach mal den Alltag ausnutzen.
Bei meiner heutigen Sonntags-Runde sah es dort zum Beispiel so aus (bin dann großzügig drum herum gelaufen):
Image/photo

Aber vorher ging es gemütlich auf der anderen Rheinseite unter anderem über die Kirmeswiese, auf der zur Zeit nur Schafe weiden:
Image/photo

Wegen des enorm schwül-warmen Wetters hab ich es heute bei knappen 18km belassen und war sehr glücklich über die kleinen neuen Trinkbrunnen:
Image/photo

Eine schöne "aufgeräumte" Woche war das, ich bin wieder auf Spur.

Jüchtlauf

Seit Juni 2010 laufe ich regelmäßig. Anfangs einfach nur so, aber irgendwann kam die Idee mal an einem Volkslauf teilzunehmen. 2012 hab ich mich dann also auf meinen ersten offiziellen Wettkampf gewagt, das war der Jüchtlauf in Düsseldorfs Süden. Aufgeregt bis in die Haarspitzen, keine Ahnung von minimaler Planung und natürlich hochmotiviert. Nach dem erfolgreichen Finish ging nichts mehr, ich war wirklich fix und fertig, dazu gibts auch noch ein schönes Foto 🙂
Seitdem bin ich den Jüchtlauf leider nicht wieder gelaufen, hatte sich einfach nie ergeben, immer ist was dazwischen gekommen.
Aber nicht so dieses Jahr.
Kurzfristig angemeldet ging es heute bei tollem Wetter auf die schöne schnelle Strecke. Nach einer launigen Ansprache und dem gemeinsamen Countdown runterzählen, startet der Lauf zuerst kurvenreich durch das beschauliche Himmelgeist, danach gehts durch Wiesen und Weiden, kurz am Rhein entlang, zurück durch Itter, noch eine kleine Schlaufe wieder in Himmelgeist und plötzlich ist das Ziel da.
Teilweise bin ich auf der zweiten Hälfte der Strecke ziemlich alleine gelaufen, immer den Sub40 Raketen hinterher, hab aber die 39 mal wieder knapp verfehlt. Finish mit netto 40:50 Minuten, um knapp einer Sekunde an meiner bisherigen PB vorbei geschrammt, es gibt wahrlich schlimmeres.
Image/photo

Dieses Jahr waren 220 Finisher dabei, ich auf Platz 23, dritter meiner AK.
Der Plan war überhaupt nicht besonders schnell zu laufen, sondern mehr der Spaß mal wieder an einem sympathischen kleinen Volkslauf teilzunehmen, die Strecke lädt allerdings ein ab und zu auf die Tube zu drücken. Zum Ende hin haben sich dann die fast 90 Wochenkilometer bemerkbar gemacht und ich hab etwas Tempo rausgenommen. Wer nie richtiges Tempotraining macht, muss halt auch mal improvisieren.
Neben dem 10km Rennen gibt es natürlich noch 5km, Bambini und Staffellauf, alles überschaubar, sehr freundlich und toll organisiert. Und dafür kann man als Teilnehmer überhaupt nicht genug danken, die Orga vor Ort war klasse und unkompliziert. Und wie beim jährlichen Halbmarathon in Himmelgeist (der zu meinen Lieblingsläufen gehört) scheint das halbe Dorf an der tagesfüllenden Veranstaltung irgendwie teilzunehmen. Da keinen Spaß zu haben, ist fast unmöglich.
Erstaunt war ich übrigens über das hohe Leistungsniveau, teilweise mit bekannten Gesichtern (hallo Thomas!), aber auch viele Vereinsläufer mit echt viel Tempo. Ausserdem war endlich mal ein weiterer Fivefingers-Läufer dabei, der sogar auch noch sein Volkslauf Debüt hatte. Geht doch 🙂

Image/photo
Uuuuuund im Ziel.

Laufen im Stadtpark

Seit heute (dem 04.05.) gibt es auch in Düsseldorf einen Parkrun. Irgendwann hatte ich darüber mal was gelesen, aber das ganze schnell unter "zu kurz, interessiert mich nicht" abgelegt. Parkrun ist in England entstanden und mittlerweile weltweit verbreitet. Organisiert werden ungezwungene, kostenlose, wöchentliche 5km-Läufe im Stadtpark (oder ähnliches), getragen von freiwilligen Helfern und viel Enthusiasmus. Jeder kann mitmachen, es geht nicht zwingend ums schnelle Laufen, sondern ums Laufen überhaupt, "5km sind 5km" ist die Devise. Also wer Tempo machen möchte, ab dafür, wer einfach nur gemütlich traben möchte, auch sehr gerne.
Zufällig bin ich die letzten Tage über den neuen Standort in meiner Stadt gestolpert und fand es dann spontan doch eine gute Idee beim ersten Lauf mit dabei zu sein. Wie ihr wisst, hab ich es ja sonst nicht so mit Laufgruppen, aber ein wenig Sozialisierung kann mir wirklich nicht schaden.
Also hab ich mich online registriert, den notwendigen kleinen Barcode ausgedruckt und mich heute früh um halb neun bei frostigen 3°C auf den Weg in den hiesigen Volksgarten gemacht (ziemlich bekannt durch seine vielen Uhren am Eingang).
Image/photo
Neben den gut gelaunten Helfern hatten sich immerhin noch 21 andere Läufer eingefunden, teilweise aus anderen Städten, die Begrüßung und das ganze drumherum war jedenfalls von Anfang an superfreundlich und locker.
Nach einer kurzen Begrüßung und Einweisung zur Strecke sowie der Zeitnahme (auf deutsch und englisch) ging es dann auch fix los. Alle an die Startlinie, rückwärts zählen und losballern. Mir wurde langsam kalt, also schnell warm laufen, direkt an den führenden Läufer geheftet, der wiederum an dem vorausfahrenden Radfahrer hing. Über die gesamte kurvenreiche Strecke waren wir dann zusammen mit einem dritten jungen Läufer der mir permanent im Nacken saß, ein tolles und fixes Trio. Gelaufen werden zwei 2,5km Runden, die sind aber eben auch schnell vorbei.
Im Ziel angekommen, bekommt man eine kleine Plastik-Karte mit Barcode (Token) in die Hand gedrückt, der wird dann zusammen mit dem eigenen mitgebrachten Barcode eingescannt und voilá, die Zielzeit ist hinterlegt.
Ich hab den Führenden nicht mehr einholen können und bin mit 20:04 Minuten als Zweiter durchs Ziel gelaufen, ein paar Sekunden später kam dann auch der Dritte aus unserem Trio an. Wir drei waren dann aber auch die mit Abstand schnellsten, erst nach knappen vier Minuten kamen die nächsten Läufer unter viel Applaus angerannt. Überhaupt wurde viel applaudiert, allein schon weil es um nichts geht und trotzdem alles toll organisiert ist.
Nach dem Lauf sind wir dann auch ein wenig ins Gespräch gekommen, der Sieger hatte "Heimvorteil", kennt jeden Kiesel auf der Strecke, der Dritte im Bunde war aus Bonn angereist, zwei Läufer sind einfach so mitgelaufen (da hatte was mit der Registrierung nicht geklappt), die üblichen Fragen nach den Fivefingers wurden gestellt, danach gab es noch einige Fotos und dann löste sich langsam alles auf.
Tatsächlich hatte ich wirklich viel Spaß bei der Veranstaltung und sogar auf einer kurzen Strecke. Nachdem ich nun eh registriert bin, spricht ja nichts dagegen ab und zu mal den Samstagmorgen im Volksgarten mit anderen laufenden Menschen zu verbringen. Keine Vereinsmeierei, einfach nach Laune treffen und laufen, sowas passt mir.
Der Volkspark ist auch nicht so irre weit weg, diesmal bin ich zwar mit der Bahn gefahren, aber Hin- und Rückweg könnten auch gelaufen werden (ist nur keine schöne Strecke) und so würden aus 5km fast zwanzig werden.
Und ja, auch dieses Foto musste noch drin sein:
Image/photo

… und dann war ich raus

Um es kurz zu machen: heute war Düsseldorf Marathon, ich bin bei km23 ausgestiegen.
Mein erster DNF, wer hätte das gedacht…

Wie konnte das passieren?
Recht einfach. 14 Tage vorher kein einziges mal gelaufen, wegen hartnäckiger Nebenhöhlenentzündung und echt heftigem Reizhusten. Nebenbei noch in der Weltgeschichte rumgeflogen und die Sache nicht annähernd vernünftig auskuriert.
Zwei Wochen krank sind aber scheinbar keine zwei Wochen Tapering (was ich mir tapfer eingeredet hatte).
Trotzdem tapfer an den Start, das Wetter war sogar besser als vorausgesagt und mir ging es tatsächlich so richtig gut, hochmotiviert wie immer.
Ich bin zügig gestartet, konnte meine Pace wunderbar halten, die ersten 15km waren wirklich Routine und Genuss.
Bei km18 fiel mir auf dass ich viel langsamer laufe als geplant, also Tempo machen. Ging aber nicht, ständig zogen Läufer an mir vorbei die weit hinter mir sein sollten. Schnell das Notfall-Gel rausgekramt und weggeschlürft. Null Wirkung, die Pace wurde immer mieser. Zwischenzeitlich wurde ich vom 3:30h Pacer überholt und konnte das gar nicht glauben, meine Wunschzielzeit war mit 3:14h geplant…
Bei km23 dann schließlich der totale Abriss, nichts ging mehr, zwei Minuten Gehtempo und der sehr schnelle Entschluss: aufhören. Jetzt. Keine Experimente.
Normalerweise laufe ich diese 20er Distanzen "auf der linken Arschbacke", mental war das also überhaupt kein Thema, aber körperlich. Die Kraft war weg, null Energie mehr. Die Rache der Erkältung war da und die Vernunft musste hier siegen.
Also Laufuhr gestoppt, die eh besorgte Liebste angerufen, Treffpunkt ausgemacht, nach Hause geradelt und ein heisses Bad genossen.
Und wisst ihr was? Es geht mir einfach nur gut mit dieser Entscheidung. Gesundheit geht vor, ganz einfach.
So früh so derbe einzubrechen, da gibts keine inneren Diskussionen. Vielleicht war es sogar unvernünftig überhaupt zu starten, aber es ging mir (vermeintlich) gut, das war allerdings ein Trugschluss. Punkt.
Jetzt erstmal ausruhen, auskurieren und dann auf zu neuen Abenteuern.
Und schon wieder hab ich mit Düsseldorf eine Rechnung offen …

Lange Läufe – Langweilig?

Immer wieder lese und höre ich, wie langweilig die langen Trainingsläufe angeblich sind. Also die Dinger über 25km.
Wieso langweilig? Weil die Dauerunterhaltung fehlt? Weil man mal 2-3 Stunden mit sich selbst beschäftigt ist?
Am Ende muss das natürlich jeder mit sich selbst ausmachen, wie immer schreibe ich hier nur aus meiner Sicht. Aber langweilen sollten sich passionierte Läufer/innen auf der langen Strecke doch eigentlich niemals.
Für mich gilt nach wie vor: ich liebe diese Läufe! Aus genau diesen beiden Gründen: ich bin mit mir selbst beschäftigt und schalte das tagtägliche Grundrauschen unserer schnellen Gesellschaft einfach ab.
Lange Strecken zu laufen heißt für mich, fokussieren der Gedanken, sortieren und aufräumen. Nur Atmung und Laufrhythmus.
Ablenkung durch Musik oder Hörbuch oder irgendwelchen Smartphone-Apps kann ich da überhaupt nicht gebrauchen. Es ist einfach ein Genuss völlig alleine, mit Wind um die Ohren, meine Strecke zu laufen.
Selbst wenn es mal richtig anstrengend wird, bleibt eine gewisse Art der Entspannung. Entschleunigung. Wie gesagt, ich rede hier von langen Trainingsläufen, nicht von irgendwelchen durchgeknallten Wettbewerben (wobei auch die als Minimum einen gewissen Spaßfaktor haben sollten).
Welches Tempo auf den langen Strecken gemacht wird, ist für mich unwichtig, je länger die Strecke, desto weniger schaue ich auf die Uhr. Energie einteilen, ausdauernder werden, das kommt weniger aus einem Plan, sondern Stück für Stück von selbst. Der Körper lernt scheinbar mit der Ausdaueranforderung umzugehen. Und wird ausdauernder.
Ich fühle mich wohl damit.

Gestern war wieder so ein Lauf dran. Bei recht frischen Temperaturen ging es rund um den Flughafen. Fängt an wie meine Rheinrunde, aber statt über den Rhein zu laufen, gehts nach rechts, zum Rollfeld. Ab dort wird es ist eine flache, teilweise sehr eintönige Strecke, die mir trotzdem großen Spaß macht, da ich wunderbar abschalten kann. Alleine 8km gehen stoisch am Zaun des Flughafens entlang, das ist manchmal etwas surreal. Anschließend wieder zurück in das Stadtgebiet, meine Laufstrecke ist allerdings mehr dörflich und ziemlich ruhig. Die letzten Kilometer am Kittelbach, zwischen Bahnstrasse und Kleingärten, danach dann ratzfatz nochmal Tempo und fertig.
Nach 31km und 2:24h war ich wieder zuhause, hatte mich keinen Meter gelangweilt, aber mittlerweile ziemlich hungrig!
In diesem Sinne: immer weiter laufen.

Image/photo
… noch kein Zaun.

Image/photo
Zaun.

Image/photo
Immer weiter am Rollfeld entlang.

Image/photo
Manche nennen sowas öde, ich nenne es entspannend.

Image/photo

Doppelt nervös und was dabei rauskommt

Da war er also endlich, mein erster Wettkampf nach fast einem Jahr, ein 10er. Aber vor allem: der erste offizielle Lauf seit meinem Fußbruch. Also so eine Art Check, ob ich in den letzten Wochen alles einigermaßen richtig gemacht hab.
Zum sechsten mal war ich beim Düsseldorfer Brückenlauf am Start, 10 schnelle Kilometer als 5km Doppelrunde, über zwei Rheinbrücken und ansonsten mehr oder weniger immer schön am Rhein entlang. Start und Ziel auf dem Burgplatz in der Altstadt. Wie jedes Jahr toll organisiert, das volle Programm mit mehreren Distanzen und Familiengedöns, obwohl dadurch schon eher ein Großereignis, bleibt es trotzdem übersichtlich und sympathisch. Und ein superklasse Wetter dazu! 20°C, blauer Himmel und der übliche leicht zu starke Wind, der die vier Brückenüberquerung immer etwas anstrengend macht.
Ich bin ja immer noch ordentlich nervös vor solchen Veranstaltungen, dieses Jahr doppelt. Vor vier Jahren führte das dazu, dass ich beim Start meine Uhr nicht eingeschaltet hatte. Dieses mal hab ich noch einen drauf gesetzt und die Uhr einfach zuhause vergessen!
Eine echte Meisterleistung.
Kurz überlegt, wir waren früh da, nochmal nach Hause radeln und Uhr holen? Oder scheiss drauf?! Es wurde zweiteres. Die Zeit wird ja eh über den Chip genommen, also das Rennen diesmal ohne eigene Uhr durchziehen. Man kann ja nur dazu lernen.
Im Startblock war ich dann immerhin endlich mal selbstbewusst genug um mich in die vorderen Reihen einzusortieren. Die letzten Jahre gab es jedesmal nervige Überholmanöver um die Genussläufer herum, weil ich zu weit hinten stand, da hatte ich einfach keine Lust mehr drauf.
Teilweise skeptische Blicke der Kollegen auf meine (neuen) knallgelben Fivefingers, Konzentration auf meiner Seite, runterzählen, Schuss und los ging es.
Die Strecke sehr gut bekannt, aber keine Uhr dabei, das war dann doch ungewohnt. Nach 3km musste ich es einfach wissen und hab einfach einen anderen Läufer, der etwa mein Tempo lief, nach der Zeit gefragt. Und der war ein echter Glücksfall. Lukas war so freundlich und hat mir anschließend während der ersten Runde öfter einfach von sich aus die Zeit zugerufen, er hat sozusagen einfach mal den Pacer für mich gemacht. Große klasse und nochmal vielen Dank dafür! Irgendwann war er dann weg, weil schneller als ich, aber mein Tempo war da, ich konnte mich gut einschätzen und bin weitergerannt.
Bei km8 kam dann doch ein leichtes Schwächeln auf, schnelles Tempo und dazu dieses Wetter, der schnelle Start, das rächte sich dann am Ende ein wenig.
Aber wie das so ist, den Zielbogen im Blick, das Publikum pusht, den Typ in Rot vor mir wollte ich noch einholen (hab ich auch), am Ende sind plötzlich immer noch Körner über, den letzten Kilometer bin ich regelrecht gesprintet.
Durchs Ziel mit 40:49 Minuten. Also immer noch keine Sub40, trotzdem mein bester 10er bisher.

14ter in der Gesamtwertung (erster in AK M50), von 622 Finishern.
Spekuliert hatte ich, bedingt durch die Vorgeschichte auf bestenfalls 42 Minuten, von daher … yeah!
Voll zufrieden!

Image/photo
Schnelles Einsortieren gleich nach dem Start.

Image/photo
Schluss-Sprint, noch ca. 100 Meter.

Image/photo
So sieht ein sehr zufriedener Finisher aus 🙂

Nachschlag

Der letzte lange Lauf hat mir keine Ruhe gelassen. Da geht mehr, weiß ich, kann ich.
Und was eignet sich mehr für eine Wiederholung, als nach einem nervigen Arbeitstag abends nochmal in die Fivefingers zu schlüpfen und eine geringfügig längere Strecke abzurennen.
Na also. Gesagt, getan, ab dafür.
Anfangs exakt die gleiche Strecke, wunderschön in die untergehende Sonne, da macht es sogar fast Spaß über die laute Autobahnbrücke zu laufen. Teilweise mit sehr starkem Gegenwind auf der "Schäl Sitt" (andere Rheinseite), statt die Theodor-Heuss-Brücke zu nutzen bin ich aber diesmal bis zur Oberkasseler Brücke weitergelaufen (auch um Kilometer zu sammeln), hab dort wieder den Rhein überquert und mich dann gemütlich auf die letzten drei Kilometer Heimweg gemacht.
Diesmal sind es fast punktgenau 30km geworden, in 2:25h (4:47 Pace).
Ich sag mal so: es läuft 🙂

Image/photo
Raus aus dem Naturschutzgebiet, kurz vor Meerbusch.

Image/photo
Laaaaange Gerade nach Lörick …

Image/photo
Kunst an der Laufstrecke.

Image/photo
Blick von der Oberkasseler Brücke rheinabwärts, die Sandbänke kommen wieder durch. Ganz weit hinten im Bogen sind die Träger der Theodor-Heuss-Brücke zu sehen.

Wieder länger laufen

Meine Läufe müssen wieder länger werden. Temporeiche 10km sind kein Problem mehr, die 21km fluppen mittlerweile auch einigermaßen, viel länger bin ich die letzten Monate aber auch nicht unterwegs gewesen, plus minus drei Kilometer pro Lauf vielleicht.
Bei dem superschönen Wetter gestern musste es dann sein, bis zu 20°C, kein Wind, blauer Himmel = umdenken. Wasserflasche mitnehmen, Kappe aufsetzen und los ging es auf die lange Runde. Erst zum Messegelände, dann durch die Lohauser Felder, die A44 Brücke über den Rhein, ein ausgedehnter Schlenker durch die Ilvericher Altrheinschlinge und dem Sumpfgebiete Tiefer Bruch (nix mit Sumpf zur Zeit), über Lörick zurück zur Theodor-Heuss-Brücke, kurz überlegt ob es noch weitergehen sollte, aber da ich mal wieder zu schnell unterwegs war, ging mir so langsam die Energie aus. Also ab über die Brücke, durch die Rheinwiesen getrabt und dann nach Hause.
Am Ende waren es knappe 28km in 2:16h (4:56er Pace), gut daran: endlich mal wieder die zwei Stunden geknackt, schlecht daran: ich war echt k.o. hinterher, mehr als ich im Vorfeld angenommen hatte.
Diese Strecke bin ich letztes Jahr regelmäßig als Marathonvorbereitung gelaufen, irgendwie hatte ich angenommen die schon wieder "einfach so" wegstecken zu können. Da ist allerdings noch viel Luft nach oben, da muss ich dran bleiben. Die vorherige Tage hatte ich mich allerdings auch permanent ziemlich ausgepowert (beruflich und beim Laufen), das rächt sich natürlich ein wenig.
Immerhin blieb meine Notfallration (eine Handvoll Gummibärchen) unangetastet, nächstes mal nehm ich nichts mehr mit, es geht auch ohne diese kleinen Tricks.
Auf jeden Fall war es ein echt schöner Lauf durch viel erblühende Landschaft, ich freue mich jetzt schon auf das nächste mal!

Image/photo
Blick von der A44-Brücke in Richtung Duisburg.

Image/photo
"Der Tiefe Bruch" (am Isseldyk), statt viel Wasser und Sumpf, nur ein karges Bächlein.

Image/photo
Theodor-Heuss-Brücke im Blick.

Image/photo
Blick zur Altstadt. Noch 10 Minuten bis nach Hause.

Verabredung mit Eberhard

Schon wieder Sturm. Fast gewöhn ich mich daran. Die Tage seit Rosenmontag waren immer sehr windig und haben mich auf teilweise neue Wege gebracht um nicht ständig gegen den Wind zu rennen. Ein wenig sinnvolles Tempotraining muss ich jetzt ja mal so langsam irgendwie unterbekommen.
Heute ging es aber bewusst voll rein, Sturm "Eberhard" kam pünktlich zum Mittag im Rheinland an und ich hatte bock mich mit ihm zu messen.
Es ging wieder auf die gute 20km Runde zum Rhein, mit dem Wissen: das wird auf dem Deich kein Zuckerschlecken. Damit lag ich fast richtig, allerdings waren bereits die ersten Kilometer alles andere als einfach. So weit es ging hab ich mich zwar im Windschatten von Hecken und Gebäuden entlang geschlängelt, aber kaum am Messegelände angekommen gabs Ohrfeigen direkt von vorne. Rosenmontag waren es nur Böen, heute ein wirklich fetter Sturm.
Schließlich nach 11km auf dem Deich hat es mir fast die Beine weggehauen, ich musste immer wieder ein paar Meter gehen, einfach so Laufen ging schlicht und einfach nicht 🙂 Geschenkt, da war ich drauf eingestellt. Nach der nächsten sanften Kurve allerdings, kam der Sturm dann von schräg hinten und nun ging es los.
War ich vorher eher gemütlich mit 4:45er Pace unterwegs, hab ich auf den nächsten 8km ständig eine 3 auf dem Display gesehen. Ich bin einfach nur so geflogen! Ein Riesenspaß!! So schnell bin ich diesen Streckenteil noch nie gerannt, aber mit so viel Druck im Rücken ist das auch kein Kunststück. An den Rheinwiesen angekommen, wurden schnell die Schuhe ausgezogen und der Rest dann routiniert Barfuß nach Hause gelaufen.
Überall lagen übrigens kleine Äste rum, aber nichts bedrohliches, eigentlich fand ich die Strassen sogar recht angenehm leer gefegt.

Image/photo
(Schnell mal schauen wie niedrig der Wasserstand so ist… )

Ich war heute übrigens nicht mit Fivefingers unterwegs, sondern hab die Altra Vanish-r mal wieder weitergetestet. Bisher sind das tolle Dinger, sehr leicht, Altra-breite Zehenbox, Zerodrop und fast keine Dämpfung. Ein waschechter Wettkampfschuh eben. Als Alternative durchaus auch für Minimalisten zu gebrauchen, aber ich fürchte die halten nicht lange, das Obermaterial ist echt sehr dünn, mal schauen. Falls da jemand mit liebäugelt: innen sind zwei Einlegesohlen! Eine kann bedenkenlos rausgenommen werden, die ist für Läufer die mehr Dämpfung brauchen, das wollen wir ja nicht. Und die Schuhe fallen sehr klein aus, mindestens +1,5 größer wählen.
Image/photo

Sturm statt Kamelle

Rosenmontag in Düsseldorf. Der Großteil der Menschen bejubelt den "Zoch" und staubt Kamelle ab, ich mache statt dessen einen gemütlichen 20er und nutze die menschenleeren Straßen und Wege abseits des Trubels.
Nachdem der angekündigte Sturm schon gegen 4 Uhr in der Früh losgelegt hat, war der Höhepunkt Mittags erreicht und es flaute langsam wieder ab. Für die Jecken perfekt, der Umzug musste nicht abgesagt werden, wurde nur etwas nach hinten verschoben, für mich natürlich genau so perfekt, zumal der Regen auch aufhörte.
Wenn Sturm abflaut heißt das aber noch lange nicht dass er auch vorbei ist. Einige Böen haben mir ordentlich zugesetzt, besonders wenn der Wind direkt über den Rhein knallt, wird man einfach mal satt ausgebremst.
Ungefähr 9km der Strecke gingen frontal gegen den Wind, mit entsprechendem Gefluche (aber auch Riesenspaß), der Rest wurde dann aber mit Seiten- und Rückenwind belohnt. Es gibt wahrlich Schlimmeres 🙂
Bei stürmischem Wetter ist das Licht immer irgendwie anders, sehr kontrastreich, scharf geschnitten. Dazu die schnellen Wolken und das starke Rauschen in den Bäumen.
Das mag ich sehr, tolle Stimmung.

Image/photo
Kampf gegen den Wind.

Für Rheinländer mit Orientierungsschwierigkeiten, wurde hier ein sehr klarer Hinweis auf den Asphalt gebracht:
Image/photo