Vernunft schon wieder

Was hab ich mich auf den Monschau Ultra dieses Jahr gefreut!
Super früh angemeldet, sehr gut mein "Plan" durchgezogen, nichts übertrieben, trotzdem gefordert, ohne Höhenmeter-Training geht halt nix in der Eifel, nur um mir dann eine Woche vorher (eine Woche!!) beim schnellen bergab rennen eine ordentliche Wadenzerrung einzufangen. Ja ich war sehr schnell, ja das war ein fieser Trail, nein ich habe keinen technischen Fehler begangen, vermutlich ging es einfach zu heftig bergab und der eigentlich schöne kühle Regen hat mir den Rest gegeben, etwas mehr aufwärmen vorher hätte vielleicht geholfen. "Hätte hätte …", was auch immer.
Da saß ich dann also am Freitag im regnerischen Wald, massierte mir die Wade in der Hoffnung dass das schnell wieder weggeht, ging es aber nicht. Also langsam nach Hause getrabt, gekühlt, massiert und die Schaumstoffrolle rausgeholt. Einige Tage Pause und gut dran gearbeitet, am Dienstag einen sehr ruhigen Lauf angetestet, flache Strecke ging zwar gut, aber die Eifel ist nicht flach. Treppe war dann schon wieder "suboptimal".
Entscheidung: sie nicht dumm, sag ab.
Ein Fiasko wie in Düsseldorf möchte ich in der Eifel nicht erleben.
Gesagt getan, Mail an das Moma-Team geschrieben (gehört sich so finde ich) und eine nette Antwort bekommen, es gäbe ja die Option entweder aufs nächste Jahr zu schieben oder eben jemand anderen mit der Startnummer zu beglücken.
Aus Elkes Blogbeiträgen der letztem Wochen wusste ich, sie startet in Monschau, also fix angemailt, vielleicht fällt ihr jemand ein der/die noch eine Startnummer sucht.
Die Suche dauerte nicht lange und Heidrun war gefunden. Die Umbuchung ging sehr reibungslos, von Ultra auf Genuss-Marathon, und die beiden hatten heute einen tollen Genuss-Marathontag in Monschau 🙂
Ich dagegen schaue zwar etwas neidisch auf die Bilder in Elkes Blogbeitrag, aber bin fein mit der Entscheidung, das wäre nicht gut gegangen und von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen, siegt bei mir ja eigentlich immer die Vernunft.

Heute war ich dann statt im hügeligen Wald vorsichtshalber lieber am flachen Rhein unterwegs und hab mir einen etwas schnelleren 21km "Monschau-Solidaritätslauf" zum austesten gegeben, die Wade war still, aber zuhause musste ich dann nochmal dran herum massieren, ganz weg ist die Sache also noch nicht.
Fazit: alles richtig gemacht.  Dann bereite ich mich eben auf andere Klamotten vor die dieses Jahr noch anstehen.

Image/photo

Hitzerekorde und trotzdem laufen

Nun sind dann wohl in diesem Sommer endlich etliche Hitzerekorde gebrochen wurden, bei uns im Rheinland hatten wir heute irgendwas um 40°C. Klarer Fall, bei solchen Temperaturen vermeide ich zu laufen, das ist womöglich etwas ungesund und vor allem macht es echt kein Spaß.
Was also tun? Ganz einfach, so früh wie möglich morgens laufen. Die zwei "kühlsten" Stunden des Tages ausnutzen.
In meinem Fall heißt das: um 04:20 Uhr raus aus den Federn und zehn Minuten später trabe ich bereits in noch völliger Dunkelheit über die Strassen. Stirnlampenzeit.
Die Stadt ist dann noch sehr ruhig, ich kann mangels Autos beruhigt alle Verkehrsregeln missachten, renne zum Rhein und staune dass trotz der frühen Uhrzeit die Temperaturen bereits bei 23-25°C liegen. In der beginnenden Dämmerung ist das aber gut erträglich, klatschnass geschwitzt bin ich trotzdem nach nichtmal 5km.
Meine morgendlichen Laufrunden sind immer so zwischen 15-18km, je nachdem welche Route ich wähle. Mehr möchte ich nicht machen, anschließend muss ja den gesamten Tag über noch konzentriert gearbeitet werden.
Um kurz vor 6 trudel ich dann dann optimalerweise wieder zuhause ein, trinke unfassbar viel und geniesse mein verdientes Frühstück.
Auf Dauer morgens zu laufen wäre mir wahrscheinlich irgendwann zu nervig, allein schon durch das einzuhaltende Zeitfenster, aber im Moment ist das eine tolle Lösung bei diesen Temperaturen und macht mir wirklich Spaß.
Die längeren Läufe kommen dann einfach am Wochenende im hügeligen Wald dran.

Image/photo

Wenn die Startnummer zur Zielzeit wird

Image/photo

Der Halbmarathon im beschaulichen Himmelgeist, auch Brückenlauf genannt, gehört ganz klar zu meinen Lieblingslaufveranstaltungen. Überschaubar (maximal ca. 860 Teilnehmer), sehr freundlich, gut organisiert und die Strecke ist überwiegend flach und sogar durchaus schön.
Nachdem ich letztes Jahr nicht mitmachen konnte, ging es heute zum mittlerweile vierten Mal an den Start.
Es war um 8 Uhr schon recht warm, später auf der Strecke ging die Temperatur ziemlich fix in eine unangenehme Höhe. Wegen der zu erwartenden Hitze gab es die Möglichkeit die Strecke auf 11 km zu verkürzen, kein Thema für mich, das wurde aber von 18 Läufern wahrgenommen, also eine gute Entscheidung vom Veranstalter.

Image/photo

Der Startschuss fällt immer so „ab 8 Uhr“, erst fährt noch ein Linienbus durch. Das heißt, alle müssen nochmal runter von der Straße, auf die Bürgersteige. „Traditionell“ wird die Durchfahrt des Busses dann von einer deftigen Laola-Welle aller Teilnehmer begleitet, quittiert von einem sehr breiten Grinsen des Busfahrers.
Nach der Busdurchfahrt ist jegliche vorherige gezielte Aufstellung natürlich für die Katz, alles sortiert sich dann irgendwie sehr schnell neu, der Countdown zählt runter und los gehts.
Wie bisher, lasse ich mich gar nicht erst in das Gewusel auf der Straße ziehen, sondern warte einfach kurz auf dem Bürgersteig bis sich eine kleine Lücke ergibt und sprinte dann los.
Wegen der Hitze bin ich entspannt ohne große Zeitvorgabe losgelaufen, grob geplant wäre irgendwas um 1:35 bis 1:40 völlig ok gewesen. Auf den ersten 5 km bemerkte ich dann aber schon, dass es sehr gut läuft, teilweise hatte ich eine Pace von 3:55 auf der Uhr stehen. Nicht in Übermut verfallen, lieber etwas bremsen, nicht auf den letzten Kilometern einbrechen.
Das Feld hatte sich diesmal schon früh auseinander gezogen, die schnellen Helden sind in zwei Gruppen vorgeprescht, danach folgten ein paar Einzelkämpfer, mit mir dazwischen. Schönes freies Laufen im eigenen Tempo, so mag ich das.
Schon nach etwa 4 Kilometern geht es rauf auf die Fleher Brücke zur anderen Rheinseite, die erste von sehr wenigen Steigungen und erstmal rein in die pralle Sonne. Nach der Brücke wird die Strecke überwiegend schattig, flach und schnell.
Bei Km10 rief mir ein Streckenposten die aktuelle Platzierung zu, ich bekam „32!“ mit auf den Weg und freute mich. Schon klar, irgendwelche schnellen Hirsche laufen defensiv und auf negativen Split irgendwo hinter mir, die kommen noch, den Platz werde ich nicht behalten.
Ab km12, mitten auf der zweiten Brücke, fuhr plötzlich ein Begleitungsfahrrad neben mir her, nicht für mich, sondern für die schnellste Frau die das Feld von hinten aufrollte. Eine Weile konnte ich mit ihr mithalten, hab sie dann aber ziehen lassen, da waren ein paar Gramm mehr Ehrgeiz im Spiel als bei mir.
Alle VPs wurden mitgenommen, jedesmal gab es aber nur einen Becher Wasser über den Kopf. Einen Schluck zu trinken gönnte ich mir nur einmal am letzten VP, dort hab ich dann auch ganz kurz den Kopf in eine Wasserwanne gesteckt.
Die letzten paar Kilometer geht es nach den zwei Rheinbrücken, viel Sonne, etwas Schatten und Natur wieder zurück nach Himmelgeist. Die freundlichen Einwohner hatten wieder mal jede Menge Wasserduschen für uns Läufer improvisiert, ein Genuss! Ich konnte nicht anders und hab fast jede mitgenommen, klatschnass und gut gekühlt war wieder mehr Tempo drin.
Auf den letzten 800 Metern wird es etwas gemein. Statt nach rechts Richtung Ziel zu laufen (gut zu sehen, sehr gut zu hören), gibt es nochmal eine kleine Schlaufe durch die Siedlung. Das ist der Demotivationshammer wenn man die Strecken nicht kennt, ich erinnere mich noch gut an meine erste Teilnahme.
Und dann plötzlich nach einer Kurve, geht es auf den schnurgraden Zieleinlauf, nochmal Dampf machen, über die Matte sprinten, Medaille abgreifen und pfiffigerweise noch etwas weiter traben (Lehrstunde Luxemburg HM).
Blick auf die Uhr: 1:29:46!
Also endlich die 1:30 geknackt! Nicht wirklich geplant und deshalb umso erfreulicher.
Der Hammer ist allerdings: ich hab teilweise in der prallen Sonne regelrecht „getrödelt“, die kurze Pause um den Kopf in den Trog zu stecken hat auch Zeit gekostet. Da ist also möglicherweise sogar noch mehr drin. Wieder ein neues Ziel.
Und nicht zu vergessen, das ganze in Fivefingers. Da wird man am Start ja immer gerne etwas belächelt, hinterher bin ich allerdings der mit dem Lächeln.
Später erst wurde mir klar, dass meine Startnummer die 129 war, passt ja wunderbar zur Zielzeit 1:29.

Im Zielbereich hab ich dann wirklich reichlich Wasser in mich reingeschüttet, noch eine Weile mit einigen mittlerweile bekannte Läufern gequatscht und mich dann zur großartigen Trecker-Dusche im „Nachzielbereich“ begeben:
Image/photo

Fazit: Platz 36 von 732 Halbmarathon-Finishern.
Mir gehts super und nächstes Jahr bin ich wieder dabei.

Image/photo Image/photo

9 Jahre Laufen

Image/photo

Seit mittlerweile fast genau neun Jahren drehe ich regelmäßig meine Laufrunden.
Der Auslöser war Ende Juni 2010 eine auffällig mangelnde Ausdauer, die sich manifestierte, als ich mal schnell ein paar Etagen Treppe hochlaufen musste und dabei kläglich versagte. Bis dahin glaubte ich wirklich topfit zu sein.
Einen Tag später stand ich im Lauf-Fachgeschäft und hab nach ausführlicher Beratung ein paar Laufschuhe gekauft. Und schon abends ging es los, vorerst mit viel Mühe auf kurzen Strecken.
Bereits von Anfang an wurde jeder Kilometer notiert, mit Zeit und so, ihr kennt das. Eine GPS-Uhr folgte erst wesentlich später. Mir hat es sehr geholfen dran zu bleiben und um die zarten Fortschritte zu sehen. Es ging mir ja erstmal nur um die mangelnde Ausdauer für mehr war mein Kopf auch gar nicht bereit.
Jeder Laufanfänger weiß: die Fortschritte kommen zuerst schnell und sind motivierend, später wird es etwas mühsamer. Mein Schweinehund hat allerdings ziemlich früh aufgegeben, Laufen hat mir sehr schnell, sehr viel Spaß gemacht.

Irgendwann fingen die erste Blogversuche (eher als Tagebuch) an, zuerst mal hier mal dort, nur in kleinen Netzwerken, Anfang 2015 wurde immerweiterlaufen.de als feste "Homebase" daraus.
Ich wollte mehr ehrliche Erfahrungsberichte und Tipps von anderen Läufern lesen und vor allem Läufer kennenlernen und mich austauschen können. Dafür ist ein Blog super geeignet. Mittlerweile erfreue ich mich an vielen supernetten Kontakten die auf diesem Wege zustande gekommen sind. Allein dafür hat sich die Lauferei schon gelohnt.

Zwei Jahre später ergab sich aus purer Neugier der erste 10km Volkslauf, 2014 aus Ehrgeiz der erste Halbmarathon und dann 2015 der erste Marathon, weil ich wissen wollte ob ich das kann.
Der erste 56km Ultramarathon 2017 hat dann Grenzen und Anspruch vollkommen verschoben, beziehungsweise bereits das Training für den Ultra hat einiges in mir in Gang gesetzt, das auch heute noch nicht abgeschlossen ist.
Einfach zu laufen ist eine Sache, auf etwas hinzulaufen eine andere. 5km oder 10km kann man auch als Freizeitjogger (und das meine ich absolut positiv) recht gut hinbekommen. Für einen Halbmarathon muss man auch schon mal regelmäßiger raus, auch wenn das Wetter mistig ist.
Um Marathon in einer geplanten Zielzeit zu laufen, ist eine Portion Ehrgeiz absolute Bedingung. Na klar, die 42km kann man auch unter der Prämisse "Hauptsache ankommen" durchziehen. Diesen Anspruch hatte ich aber bereits nach dem ersten 10er schon nicht mehr. Wenn schon mitmachen, dann will ich an dem Tag auch das Beste aus mir rausholen. Ansonsten könnte ich mir das Geld und den Aufwand doch einfach sparen und meine Abendrunde entsprechend verlängern (was durchaus eine tolle Sache sein kann!).
Auf einen Ultra in der bergigen Eifel zu trainieren, das war allerdings nochmal eine andere Nummer, zumal es hier in Düsseldorf keine echten Berge zum Testen gibt. Da bleibt nur eins: laufen, laufen, laufen, danach noch mehr laufen. Und sich immer und immer wieder durch die lokalen Hügelchen quälen. Bis die Beine glühen.
Als die Marathon-Idee aufkam, hab ich mit diversen populären Plänen rumhantiert, alle namenhaften Helden und Buchautoren waren dabei. Um allerdings sehr schnell zu merken, das ist überhaupt nicht meins. Auch wenn es nun etwas ambitionierter wurde, der Spaß sollte erhalten bleiben, auf ausgefeilte Stundenpläne hatte (und habe) ich überhaupt keine Lust.
Also lief es darauf hinaus nach Körpergefühl zu trainieren, mindestens einmal die Woche einen langen Lauf durchziehen, der zum Marathon hin immer länger wurde, danach Taperingwoche einhalten und gut. Wobei sich die Definition "langer Lauf" mittlerweile auch gewaltig verschoben hat. Die Herausforderung von vor ein paar Jahren ist jetzt zum Beispiel die normale Distanz meiner gemütlichen Abendrunde.
Diese Art zu trainieren hat sich bei mir so bewährt, aber ist selbstverständlich keine Empfehlung für andere. Das alles ist logischerweise stark abhängig von Umfang und Intensität des restlichen Trainings.
Ich renne pro Woche zwischen 60 -100km in eher schnellem Tempo. Manchmal sogar mehr. Das ist mein Wohlfühl-Laufen. Genauso macht mir das Laufen Spaß. Ich möchte und muss mich beizeiten auspowern.
Wer hier regelmäßig mitliest, kennt meine Marotten.
Innerhalb dieses Umfangs baue ich dann rechtzeitig und gezielt immer wieder einige Spitzen ein, die mich auf mein nächstes Abenteuer vorbereiten. Das ist dann mein einziger Plan, ab und zu steht im Kalender sowas wie "sehr langer Lauf" oder "Langer Waldlauf" oder "Höhenmeter sammeln" als Erinnerung. Und manchmal schaue ich sogar vorher in diesen Kalender. Funktioniert, ist realistisch, passt in mein Leben, macht Spaß.
Der Ermüdungsbruch letztes Jahr, sowie der abgebrochene Marathon dieses Jahr, zeigten mir krachend dass der Körper nicht alles verzeiht. Sowas muss man nicht erleben, war am Ende dann aber für mich sehr lehrreich. Manche Fehler begeht man eben nur einmal.
Ich habe in den letzten neun Jahre auf jeden Fall extrem viel gelernt, fühle mich aber immer noch oft genug wie ein Anfänger, ein wenig Demut schadet nicht.
Ich bin Schritt für Schritt von "normalen Laufschuhen" auf minimales Schuhwerk, hauptsächlich Fivefingers, umgestiegen. Fühle mich jetzt fitter, gesünder und ausgeglichener als "damals" mit Anfang 40. Hab nicht nur, wie erhofft, meine körperliche Ausdauer verbessert, sondern auch im Kopf passiert eine Menge positives, immer noch, das ist spannend. Und nicht selten bin ich stolz wie Bolle, auf ein neues erreichtes Ziel.
In einfachen Worten: Laufen tut mir wirklich rundum gut.
… dabei wollte ich doch einfach nur meine Ausdauer verbessern 🙂

Image/photo

Und weg damit

Was mich als mittlerweile routinierten Fivefingers-Läufer da heute geritten hat, weiß ich auch nicht …
Feierabend, höchste Zeit für die Abendrunde. Die roten Newtons lachten mich an und sagten: nimm uns doch heute mal mit auf die Laufrunde! Mach schon! Wir sind auch klasse! Naja, wieso eigentlich nicht?!
Und so schlüpften meine verwöhnten Füße seit längerer Zeit mal wieder in "normale Laufschuhe" (ok, diese superleichten Newtons MV3 sind harte und flache Wettkampfschuhe, also auch nicht so ganz normal), kurzes Anpassen, Nachschnüren, ab auf die Strasse. Toll, wie früher. Nee doch nicht. Passt irgendwie nicht, nochmal die Schnürsenkel nachziehen. Ein paar hundert Meter traben, na geht doch! Ok, besser nochmal die Schnürsenkel enger machen, die Ferse fluppt hinten raus. Weiter traben, super, läuft. Aber schon ungewohnt so ohne Zehenfreiheit. Und die Sohle ist dick. Und jetzt drückt es von oben. Wieso ist das eigentlich so unflexibel? Vorsicht, nicht schludern, Füße hoch. Es macht mit jedem Meter weniger Spaß. Es macht eigentlich überhaupt keinen Spaß. Ich werde langsam sauer und beginne diese Idee zu bereuen.
Egal, ging ja früher auch, also Tempo hoch und ab dafür. Bei Tempo ist ja etwas mehr Konzentration angesagt, deshalb knappe 3 Kilometer kaum Gedanken an das Schuhwerk vergeudet. Rote Ampel. Stopp. Einzelne Zehen schmerzen, fühlen sich saumäßig unwohl, eingeschnürt. Das ist nicht richtig so. Das geht so nicht.
Sch****dreck! Mir reichts mit den Schuhen.
Noch bis zur Rheinwiese. Dort Schuhe aus. Wohltat!!! Ab in die Hand damit und weiter ging es Barfuß.
Und dann sah ich sie, die Erlösung, die Entscheidung, das schönste und verheißungsvollste Stadtinventar weit und breit. Die Mülltonne! Fix die Schnürsenkel zusammengebunden und ohne groß drüber nachzudenken, weg damit. Rein in die Tonne. Entsorgt. Kapitel geschlossen.
Ein älteres Pärchen schaute erstaunt zu und plötzlich machte die Frau den Daumen hoch und lachte laut. "Schnauze voll!" rief ich lachend rüber. Die fand das mindestens so gut wie ich.
Und weiter ging es, befreit, volles Brett barfuß. Was für ein Spaß, was für ein Genuss! Mit viel Tempo und einem breiten Grinsen im Gesicht.
Wie es der Zufall wollte, war mal wieder irgendeine Laufgruppe auf den Rheinwiesen, mit einem Schuhsponsor und allem pipapo. Die sind da öfter. Diverse Schuhe anprobieren und eine Runde traben. Es geht ums Verkaufen. Völlig ok wenn man das mag. Ich bin schnell vorbei geballert und hab dafür natürlich seltsame Blicke kassiert.

Nun waren die Schuhe in der Tonne und meine Uhr zeigte nicht mal 4 Kilometer an. Ohne groß nachzudenken, hab ich mich einfach weiter auf meine übliche Strecke begeben, erst auf die andere Rheinseite, dort am Pappelwäldchen entlang, an der Kirmeswiese vorbei und über die nächste Brücke zurück auf "meine" Rheinseite, noch eine Ehrenrunde am Tonhallen-Ufer und Robert-Lehr-Ufer (super schmeichelnder Asphalt), wieder auf die Rheinwiesen und ab nach Hause. Zufrieden. Ohne Blessuren. Alles viel leichter als ich dachte.
Das wirklich erfreuliche ist meine Gesamtbilanz dieses Laufs: 16,6km – 01:13:50 (4:26 Pace) – 92er Kadenz (184 Schritte/Minute). Eher noch ein Tuck schneller als normal und trotzdem weniger anstrengend. Ok, die Strecke war auch kürzer als üblich, aber es ist offenbar noch Luft nach oben. Und ich bin ewig nicht mehr (seit 2017?) so lange am Stück barfuß gerannt.

Barfuß laufen macht wirklich riesig Spaß, aber geht leider nicht überall hier in der Stadt. Weiter draussen schon überhaupt nicht. Und bock darauf werd ich auch nicht immer haben, jetzt ist das Wetter natürlich klasse dafür und es ist hell am Abend, keine Gefahr irgendwo reinzutreten.
Üblicherweise laufe ich die letzten paar Kilometer meiner Runden fast immer barfuß, das werden dann eben ab jetzt mal mehr letzte Kilometer. Dafür hat es heute zu gut geklappt um das jetzt wieder liegen zu lassen.
Und ansonsten eben wie gewohnt mit Fivefingers. Hätte nie gedacht dass diese Teile mir mal so gut tun und so viel Spaß bringen.
Wahrscheinlich bin ich jetzt endgültig versaut für normale Laufschuhe. Gibt schlimmeres.

Allez! Allez! Olli!

Endlich war es soweit, ich konnte mein Weihnachtsgeschenk einlösen: der Start zum Halbmarathon beim sagenhaften Luxemburger Night Marathon.
So ein Halbmarathon geht ja bekanntlich immer, kniffeliger wird es, wenn man die Strecke nicht kennt, es plötzlich krachender Hochsommer ist und das Höhenprofil vorab nicht ausgiebig betrachtet wurde.
Wir waren bereits einen Tag vorher gemütlich angereist, die Stadt wollte ja auch noch etwas erkundet werden. Vorab aber erstmal mit dem Bus zum Expo-Gelände nach Kirchberg, dem zentralen Punkt für alles um den Marathon. Große Messe, Startunterlagen, Start- und Zielbereich. Alles sowas von gut organisiert und freundlich, dass ich schon einen Tag vorher restlos begeistert war.
Die Startunterlagen hatte ich schnell abgeholt (recht üppiges Paket übrigens), Wasser gab es gleich mehrfach („das Wetter…“) und dann ging es mit dem Bus wieder zurück in die Stadt um den Sommerabend in den Gassen zu geniessen.
Gestartet wird um 19 Uhr, also konnten wir noch den halben Samstag verbummeln, ich hatte mich bereits von einer Wunschzielzeit verabschiedet, es wurde heiß (über 27°C) und mir wurde während der Busfahrten das Höhenprofil der letzten 5km bewusst.
Die Shuttlebusfahrten waren super organisiert, freundliche Helfer an den Stationen und nur knappe 15 Minuten Fahrt bis zum Expogelände. Ich hatte diesmal entschieden dass der Klamottenbeutel abgegeben wird (sonst hat den meine Liebste immer mit sich rumgetragen), der Nachzielbereich ist groß und ich wollte dann schnell aus den nassen Sachen raus. Also weg mit dem Beutel und rausgeschlängelt, für die restliche Wartezeit noch ein schattiges Plätzchen suchen (nicht einfach).
Image/photo

Image/photo

Zehn Minuten vorm Startschuss, ab in die Startbox B. Menschenmengen. Musik. Party. Hier schon unglaubliche Stimmung. Mehrfaches Ansprechen auf die Fivefingers. Nette Typen kennengelernt. Sprachendurcheinander. Angeblich insgesamt 16.000 Läufer am Start, Staffeln, HM (ca. 6.700) und Marathon (ca. 1.330). Das ist fett.
Gemeinsames Runterzählen, Startschuss, Konfettikanone, kurzes anlaufen, dann wieder gehen, noch 50 Meter bis zur Linie. Um über die Startlinie zu kommen brauchte ich ewige 1:18 Minuten, und das aus Startblock B… wie es wohl den Kollegen aus den hinteren Blöcken ging?!
Dann aber los, ab gings nach ganz kurzem Anstieg erstmal runter, in meiner normalen Pace. Sehr erfreulich, nach bereits 1km war eine Verpflegungsstation aufgebaut, toll für mich und viele andere, grade kurz nach dem Start ist mein Rachen oft völlig trocken (Aufregung blabla). Ein Schluck Wasser geschnappt, den Rest überm Kopf, nicht stoppen, laufen.
Die Strecke ist anfangs nicht besonders schön, es geht durch Kirchberg, Bürotürme, kleine Siedlungen, aber trotzdem waren hier schon großartige Stimmungs-Hotspots. Bei dem Wetter wollte einfach jeder draussen feiern. Das pusht und macht brutal Spaß.
Anfangs hab ich mich gefreut dass ständig alle meinen Namen riefen, bis mir klar wurde, die rufen Allez! Allez! nicht Olli! Olli! Kleiner Lachanfall und weiter.
Unterwegs hab ich tatsächlich fast jede Wasserstelle für einen kleinen Schluck Wasser genutzt und vor allem jede Dusche, einfach reinlaufen, erfrischen und freuen, bei diesen Temperaturen der pure Genuss.
In Kirchberg war ja schon ordentlich Partystimmung, aber was dann in der Stadt los war, damit hab ich nicht gerechnet. Einfach gesagt: die Luxemburger, die können feiern!
An der kompletten Strecke jubelnde, anfeuernde Menschenmassen, Musik, gute Laune, unfassbar! In der Stadt wurde es verwinkelt, harte Kurven, kleine Passagen, frische Luft im Park, dann der Lauf auf den Place Guillaume II, ein Hexenkessel, hier trennen sich bei ca. km15 die Halbmarathonis von den Marathonläufern, nochmal kurz durch die Gassen und dann wieder zurück über die Pont Grand-Duchesse Charlotte aufwärts nach Kirchberg.
Die gesamte Strecke ab der Brücke geht es aufwärts, absolut keine Gnade auf den letzten 5km, ehrlich gesagt bin ich dieses Teilstück fast am Limit gelaufen und hab dann einen Gang zurückgeschaltet. Das war gut so, erst knappe 200 Meter vorm Ziel geht es wieder bergab, plötzlich läufst du volles Brett in die Messehalle, helles Licht, Musik, Party, Gogogirls, jubelnde Menschen, eine Kurve noch und zack! im Ziel! Ich stoppe glücklich, mir wird sofort kotzschlecht, besser noch etwas weitertraben, der großzügige Nachzielbereich hat Platz für sowas. Da gab es übrigens sogar Kotztüten, ich hab mir eine gegriffen. Merke für das nächste mal: auf den großen Teller Fritten vor dem Lauf unbedingt verzichten.
Eine Medaille gab es natürlich auch und ein echt fettes Angebot an Leckereien. Mit dem Hunger das hielt sich etwas in Grenzen, aber gute zwei Liter Iso und Wasser hab ich mir fast auf Ex gegeben.
Dann schnell den Kleiderbeutel holen (und das ging wirklich schnell, trotz der Menge), zur Dusche, umziehen, raus aus dem exklusiven Läuferbereich und endlich von der Liebsten bejubelt werden.
Image/photo

Die Heimfahrt zum Hotel ging auch völlig problemlos, der Shuttleservice, so wie alles andere auch, war perfekt organisiert.
In der Stadt angekommen konnten wir sogar noch etliche Marathonläufer anfeuern, ich war aber echt froh dann bald im Hotelzimmer zu sein.

Alles in allem ein zum Schluss anstrengender aber superklasse Halbmarathon!
Die Marathonläufer sind allerdings wirklich die Helden, bei diesem Wetter 42km kreuz und quer durch die Stadt, das ist kein Zuckerschlecken. Besonders wenn ich an die letzten paar Kilometer denke.

Meine Zielzeit netto 01:39:13, Platz 355 (22 in AK M50), voll zufrieden.
Bestzeiten kann ich woanders laufen, das hier war ein Partylauf unter besonderen Bedingungen 🙂

Image/photo

Status Update Parkrun

Der Parkrun findet wöchentlich statt und ich war heute (erst) zum zweiten mal dabei. Und nein, es wird hier jetzt nicht jedesmal einen Bericht geben.
Heute allerdings verkünde ich stolz: nachdem ich es noch nie unter 20 Minuten geschafft hatte, ist meine 5km-Bestzeit endlich geknackt, ich bin mit 19:16 Minuten durchs Ziel gerannt. Große Freude 🙂
Wir waren heute wieder nur 20 Läufer, darunter immerhin ein bekanntes Gesicht, der Sieger vom ersten Düsseldorfer Parkrun. „Startschuss“ und die erste Runde ging mir sehr flott von den Fivefingers. Irgendwann hab ich sogar mal einige Zeit geführt (das gabs noch nie bei mir), dann schloss langsam aber sicher ein anderer Kollege auf. Wir haben uns eine Zeitlang gegenseitig gezogen, aber auf die letzten 500m musste ich ihn ziehen lassen, einfach zu schnell der Kerl und ein absolut verdienter Sieger (aus Australien übrigens).
Im Ziel war ich selber überrascht über meine Zeit, am Vorabend hatte ich noch einen schnellen 18k Lauf gemacht und wirklich nicht damit gerechnet am folgenden Samstagmorgen irgendwas zu reissen.
Jedenfalls war es wieder ein großer Spaß in sehr freundlicher Atmosphäre. Wer Parkrun in der Nähe hat, sollte da echt mal mitmachen, es lohnt sich!
Und vielen vielen Dank an die Helfer, ohne ginge es nicht!
Image/photo

Meinen An- und Abreiseplan hab ich auch schon optimiert, hin ging es wieder mit der S-Bahn, aber zurück bin ich gelaufen. Eine wider Erwarten dann doch recht angenehme Strecke, zuerst zum Rhein, dort hab ich voller „Schrecken“ bemerkt dass dieses Wochenende Japan-Tag ist, die Rheinuferpromenade war bereits nicht mehr lauffähig, zu viele verkleidete Manga-Fans unterwegs.
Also einen Extraschlenker über die Brücke auf die andere Rheinseite und dann über die nächste Brücke wieder zurück. Das war am Ende gut so, auf diesem Weg wurde an meinen schnellen 5km-Parkrun noch ein gemütlicher 10er drangehängt.
Ein gelungener Samstagmorgen 🙂

Image/photo

Kopf frei laufen

Ein paar arbeitsfreie Tage, dazu kaum andere Verpflichtungen und fertig ist das kleine Rezept um ein paar Kilometer mehr als sonst zu rennen.
Die letzte Woche konnte ich meine freie Zeit also nutzen und war fast täglich laufend unterwegs, wollte einfach mal wissen wie es um meine Ausdauer so steht, hatte Lust andere Strecken zu laufen, musste dringend den Kopf freibekommen und mich auch einfach mal ein wenig auspowern.
Das Wetter war passend, nicht zu warm nicht zu kalt, alles perfekt. Angefangen mit einem 27km Lauf wurde es die Tage darauf geringfügig kürzer, aber am Ende war die Woche mit 110km gefüllt, das hatte ich schon ewig nicht mehr geschafft.
Ich geb zu dass am Freitag dann auf den letzten paar Kilometern ein wenig die Luft raus war, aber so war ja der Plan.

Meinen Rückweg bin ich oft in der Altstadt am Rheinufer entlang gelaufen, am Wochenende ist dort flüssiges Laufen völlig unmöglich, viel zu voll, also einfach mal den Alltag ausnutzen.
Bei meiner heutigen Sonntags-Runde sah es dort zum Beispiel so aus (bin dann großzügig drum herum gelaufen):
Image/photo

Aber vorher ging es gemütlich auf der anderen Rheinseite unter anderem über die Kirmeswiese, auf der zur Zeit nur Schafe weiden:
Image/photo

Wegen des enorm schwül-warmen Wetters hab ich es heute bei knappen 18km belassen und war sehr glücklich über die kleinen neuen Trinkbrunnen:
Image/photo

Eine schöne "aufgeräumte" Woche war das, ich bin wieder auf Spur.

Jüchtlauf

Seit Juni 2010 laufe ich regelmäßig. Anfangs einfach nur so, aber irgendwann kam die Idee mal an einem Volkslauf teilzunehmen. 2012 hab ich mich dann also auf meinen ersten offiziellen Wettkampf gewagt, das war der Jüchtlauf in Düsseldorfs Süden. Aufgeregt bis in die Haarspitzen, keine Ahnung von minimaler Planung und natürlich hochmotiviert. Nach dem erfolgreichen Finish ging nichts mehr, ich war wirklich fix und fertig, dazu gibts auch noch ein schönes Foto 🙂
Seitdem bin ich den Jüchtlauf leider nicht wieder gelaufen, hatte sich einfach nie ergeben, immer ist was dazwischen gekommen.
Aber nicht so dieses Jahr.
Kurzfristig angemeldet ging es heute bei tollem Wetter auf die schöne schnelle Strecke. Nach einer launigen Ansprache und dem gemeinsamen Countdown runterzählen, startet der Lauf zuerst kurvenreich durch das beschauliche Himmelgeist, danach gehts durch Wiesen und Weiden, kurz am Rhein entlang, zurück durch Itter, noch eine kleine Schlaufe wieder in Himmelgeist und plötzlich ist das Ziel da.
Teilweise bin ich auf der zweiten Hälfte der Strecke ziemlich alleine gelaufen, immer den Sub40 Raketen hinterher, hab aber die 39 mal wieder knapp verfehlt. Finish mit netto 40:50 Minuten, um knapp einer Sekunde an meiner bisherigen PB vorbei geschrammt, es gibt wahrlich schlimmeres.
Image/photo

Dieses Jahr waren 220 Finisher dabei, ich auf Platz 23, dritter meiner AK.
Der Plan war überhaupt nicht besonders schnell zu laufen, sondern mehr der Spaß mal wieder an einem sympathischen kleinen Volkslauf teilzunehmen, die Strecke lädt allerdings ein ab und zu auf die Tube zu drücken. Zum Ende hin haben sich dann die fast 90 Wochenkilometer bemerkbar gemacht und ich hab etwas Tempo rausgenommen. Wer nie richtiges Tempotraining macht, muss halt auch mal improvisieren.
Neben dem 10km Rennen gibt es natürlich noch 5km, Bambini und Staffellauf, alles überschaubar, sehr freundlich und toll organisiert. Und dafür kann man als Teilnehmer überhaupt nicht genug danken, die Orga vor Ort war klasse und unkompliziert. Und wie beim jährlichen Halbmarathon in Himmelgeist (der zu meinen Lieblingsläufen gehört) scheint das halbe Dorf an der tagesfüllenden Veranstaltung irgendwie teilzunehmen. Da keinen Spaß zu haben, ist fast unmöglich.
Erstaunt war ich übrigens über das hohe Leistungsniveau, teilweise mit bekannten Gesichtern (hallo Thomas!), aber auch viele Vereinsläufer mit echt viel Tempo. Ausserdem war endlich mal ein weiterer Fivefingers-Läufer dabei, der sogar auch noch sein Volkslauf Debüt hatte. Geht doch 🙂

Image/photo
Uuuuuund im Ziel.

Laufen im Stadtpark

Seit heute (dem 04.05.) gibt es auch in Düsseldorf einen Parkrun. Irgendwann hatte ich darüber mal was gelesen, aber das ganze schnell unter "zu kurz, interessiert mich nicht" abgelegt. Parkrun ist in England entstanden und mittlerweile weltweit verbreitet. Organisiert werden ungezwungene, kostenlose, wöchentliche 5km-Läufe im Stadtpark (oder ähnliches), getragen von freiwilligen Helfern und viel Enthusiasmus. Jeder kann mitmachen, es geht nicht zwingend ums schnelle Laufen, sondern ums Laufen überhaupt, "5km sind 5km" ist die Devise. Also wer Tempo machen möchte, ab dafür, wer einfach nur gemütlich traben möchte, auch sehr gerne.
Zufällig bin ich die letzten Tage über den neuen Standort in meiner Stadt gestolpert und fand es dann spontan doch eine gute Idee beim ersten Lauf mit dabei zu sein. Wie ihr wisst, hab ich es ja sonst nicht so mit Laufgruppen, aber ein wenig Sozialisierung kann mir wirklich nicht schaden.
Also hab ich mich online registriert, den notwendigen kleinen Barcode ausgedruckt und mich heute früh um halb neun bei frostigen 3°C auf den Weg in den hiesigen Volksgarten gemacht (ziemlich bekannt durch seine vielen Uhren am Eingang).
Image/photo
Neben den gut gelaunten Helfern hatten sich immerhin noch 21 andere Läufer eingefunden, teilweise aus anderen Städten, die Begrüßung und das ganze drumherum war jedenfalls von Anfang an superfreundlich und locker.
Nach einer kurzen Begrüßung und Einweisung zur Strecke sowie der Zeitnahme (auf deutsch und englisch) ging es dann auch fix los. Alle an die Startlinie, rückwärts zählen und losballern. Mir wurde langsam kalt, also schnell warm laufen, direkt an den führenden Läufer geheftet, der wiederum an dem vorausfahrenden Radfahrer hing. Über die gesamte kurvenreiche Strecke waren wir dann zusammen mit einem dritten jungen Läufer der mir permanent im Nacken saß, ein tolles und fixes Trio. Gelaufen werden zwei 2,5km Runden, die sind aber eben auch schnell vorbei.
Im Ziel angekommen, bekommt man eine kleine Plastik-Karte mit Barcode (Token) in die Hand gedrückt, der wird dann zusammen mit dem eigenen mitgebrachten Barcode eingescannt und voilá, die Zielzeit ist hinterlegt.
Ich hab den Führenden nicht mehr einholen können und bin mit 20:04 Minuten als Zweiter durchs Ziel gelaufen, ein paar Sekunden später kam dann auch der Dritte aus unserem Trio an. Wir drei waren dann aber auch die mit Abstand schnellsten, erst nach knappen vier Minuten kamen die nächsten Läufer unter viel Applaus angerannt. Überhaupt wurde viel applaudiert, allein schon weil es um nichts geht und trotzdem alles toll organisiert ist.
Nach dem Lauf sind wir dann auch ein wenig ins Gespräch gekommen, der Sieger hatte "Heimvorteil", kennt jeden Kiesel auf der Strecke, der Dritte im Bunde war aus Bonn angereist, zwei Läufer sind einfach so mitgelaufen (da hatte was mit der Registrierung nicht geklappt), die üblichen Fragen nach den Fivefingers wurden gestellt, danach gab es noch einige Fotos und dann löste sich langsam alles auf.
Tatsächlich hatte ich wirklich viel Spaß bei der Veranstaltung und sogar auf einer kurzen Strecke. Nachdem ich nun eh registriert bin, spricht ja nichts dagegen ab und zu mal den Samstagmorgen im Volksgarten mit anderen laufenden Menschen zu verbringen. Keine Vereinsmeierei, einfach nach Laune treffen und laufen, sowas passt mir.
Der Volkspark ist auch nicht so irre weit weg, diesmal bin ich zwar mit der Bahn gefahren, aber Hin- und Rückweg könnten auch gelaufen werden (ist nur keine schöne Strecke) und so würden aus 5km fast zwanzig werden.
Und ja, auch dieses Foto musste noch drin sein:
Image/photo