Drei schnelle Runden durch Düsseldorf

Der Kö-Lauf war früher mal ein 10km Lauf, der vier oder fünf Runden über und um die Königsallee mitten in Düsseldorf ging. So genau weiß ich das nicht mehr, obwohl ich zweimal dabei war. Aus meiner Erinnerung eine eher lieblose Veranstaltung und beim zweiten mal (2014) hat die Zeitmessung für mich nicht mal geklappt. Naja, daraufhin hatte ich in den Folgejahren keine Lust mehr Runden in einem völlig überfüllten Feld zu laufen.
Vor einigen Jahren kam die Halbmarathondistanz dazu, ich hatte immer noch kein Interesse, aber dieses Jahr hat mich irgendwas gestochen, vielleicht sollte ich  da doch einfach mal mitzumachen. Ist ja im Grunde direkt vor der Haustür.
Die Strecke besteht aus drei 7km-Runden, ist superflach, einige enge Kurven sind dabei, absolut tauglich für Bestzeiten.
Und eine Bestzeit hatte ich mir auch vorgenommen, ein paar Sekündchen schneller als beim Himmelgeist HM sollten es schon sein, zumal das Wetter auch noch wunderbar passen sollte, 12°C, wolkig, nur leichter Wind.
Meine einzige Sorge war, dass es wohl sehr voll sein wird und ich steh echt überhaupt nicht auf Gerempel auf den ersten paar Kilometern.
Auf Anraten einiger Läufer im Vorfeld hab ich mich dann also mutig in die vierte Reihe gestellt und wurde wie üblich stark belächelt für mein Fivefingers-Schuhwerk. Sogar leichter Spott war diesmal dabei, naja, wenn ihr sonst nix habt Leute, da steh ich echt drüber.
Startschuss und ab dafür. Erstmal sofort mit einer Pace von 3:45 um schnell aus dem Startfeldgedrängel zu kommen. Diese Pace würde ich niemals halten können, aber Halbmarathon ist sozusagen meine Haus-und Hofdistanz, da kann ich so ziemlich alles recht gut einschätzen. Mein Plan war durchschnittlich eine 4:14er Pace zu laufen, dann würde alles passen.
Und kaum war ich unterwegs, hat es einfach nur noch Spaß gemacht, sehr sogar!
Das Feld hat sich wider Erwarten sehr schnell gelichtet, ich war zeitweise fast alleine unterwegs und konnte einfach mein Tempo machen, mal etwas schneller, mal etwas langsamer, der Schnitt passte.
Gedrängel gab es überhaupt nicht, die Zuschauer haben gefeiert, ich konnte Läufer überholen, mich überholten Läufer, keine Anspannung bei mir, einfach nur konzentriert laufen war angesagt.
Vorteil beim Runden laufen: Nicht nur meinen Liebste hat mich auf jeder Runde anfeuern können, sondern zu meiner großen Freude stand ein Parkrunner an der Strecke und hat mich ebenfalls bei jedem Durchlauf motiviert. So macht das Spaß! Am Nachmittag hat er dann übrigens den 10km Lauf mit einer sensationellen Zeit gefinisht.
Bei km15 hab ich das Schlussfahrrad überrundet, ab dann waren ständig langsame Läufer aus dem Schlussfeld auf der Strecke, die fix überholt wurden. Unter anderem auch drei Barfußläufer aus der hiesigen "Barefoot Academy". Kurzes sympathisches Scherzen (über Barfuß und Fivefingers) und dann mit Tempo auf die letzten Kilometer.
Nach der letzten Runde geht es runter von der Hauptstrecke, schnell und schnittig um zwei Kurven, unter dem Zielbogen durch, Medaille abgegriffen, Uhr gestoppt und gestaunt: 01:27:43!
Damit konnte ich meine bisherige Bestzeit um satte zwei Minuten verbessern!
Offizielles Ergebnis: Platz 34 (von 832 m/w Läufern).

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Danach erstmal viel trinken, auf der Strecke hatte ich keinen VP genutzt, war nicht nötig. Aber hinterher kommt der Durst, so sicher wie der Zielbogen. Der Nachzielbereich war übrigens gut ausgestattet, Bananen, Wasser, Iso usw., alles da. Und wieder bekannte Parkrunner als Helfer beim Getränke ausschenken. Düsseldorf ist eben ein Dorf 🙂

Auf den Punkt gebracht: der Kö-Lauf ist nach wie vor eher lieblos, aber man bemüht sich um viel Aktion, besonders für den läuferischen Nachwuchs. Ist aber eben auch eine Innenstadt-Veranstaltung und kein charmanter Dorf-Volkslauf. Wer schnell laufen möchte kommt absolut auf seine Kosten, ich kann mir tatsächlich vorstellen wieder mitzumachen.
Dieses Jahr war ich jedenfalls so richtig zufrieden mit dem Lauf!

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Ein Jahr später

Vor so ziemlich genau einem Jahr musste ich meine geliebte Lauferei für einige Monate etwas frustriert aussetzen, damit der plötzliche Ermüdungsbruch in Ruhe heilen konnte. Beim Wiedereinstieg Anfang Dezember hab ich wegen der mühevollen ersten Läufe gedacht, das wars mit schnellem Laufen, Bestzeiten und schönen Wettrennen durch Feld und Wald. Meine Kondition war natürlich so sehr dahin, dass es mir vorkam als würde ich meine alte Form nie wieder annähernd einholen.
Ist zum Glück nicht ganz so eingetroffen. Ehrlich gesagt hat die Pause scheinbar sogar ganz gut getan.
Mir geht es heute besser denn je, das Laufen macht unfassbar viel Spaß und immer wieder kratze ich an der einen oder anderen persönlichen Bestzeit ohne es gezielt darauf anzulegen.
Der langsame und geduldige Wiedereinstieg hat mir auch im Kopf gut getan, mich ein wenig demütig gemacht und gezeigt dass es eben nicht selbstverständlich ist, abends einfach mal so 20km rennen zu können. Das ist es absolut nicht.

Hatte ich letztes Jahr um diese Zeit mal grade 1.570km auf der Uhr, wurden heute ausgerechnet auf der Kurzstrecke des hiesigen Parkrun die 2.000km geknackt.
Also liebe derzeit verletzte Läufer, nicht verzagen, einfach nur wieder konsequent mit dem Training anfangen und dranbleiben, dann läuft es schon nach kurzer Zeit wieder wie von selbst.
Vielleicht sogar besser als vorher.

Den Weg vom Parkrun nach Hause hab ich heute selbstverständlich wieder laufend erledigt, auch um den (vermutlich) letzten echt heißen Tag in diesem Sommer "geniessen" zu können. Die schnellen 5km steckten noch ordentlich in den Knochen, also hab ich nur eine gemütliche knappe 12km Rheinrunde drangehängt.

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Es müsste hier wirklich mal anständig regnen, alles ist knochentrocken und dem Rhein fehlt Wasser …

Lange Meile von Langenfeld nach Himmelgeist

„So langsam solltet ihr mal nach Himmelgeist umziehen“ bekam ich freundlich augenzwinkernd im Zielbereich des diesjährigen Himmelgeistlauf oder 35. Herbert-Hermanns-Lauf zu hören. Bin ich doch eh ständig beim örtlichen Halbmarathon anzutreffen und habe inklusive des Jüchtlaufs dieses Jahr alle drei Läufe des mir bis eben unbekannten „Himmelgeist Cup“ bestritten.
Der ca. 16km lange Himmelgeistlauf startet traditionell am Wohnhaus des langjährigen Schützenchefs Herbert Hermanns in Langenfeld und endet mit tosendem Beifall im Festzelt der „kleinsten Kirmes am Rhein“,  in Himmelgeist.
Läufer Herbert hat sich vor 35 Jahren gesagt, bevor wir Schützenfest feiern, wollen wir noch was Gutes tun. Jeder Läufer spendet am Start einen Betrag nach Wahl zu Gunsten der Kinderkrebsklinik, bei ca. 80 Läufern nebst Begleitung kommt da schon eine schöne Summe zusammen.

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Nach der Emaileinladung zögerte ich nicht lange, hatte aber keine Ahnung was der „Heppi“-Hermanns-Lauf sein sollte, nur die Strecke hat mich angesprochen und dass es in Himmelgeist immer sehr familiär und freundlich zugeht.
Also haben wir uns um 10:30 Uhr bei allerbestem Sommerwetter (28°C) vor Herberts Haus in Langenfeld eingefunden, meine Fivefingers waren mal wieder Thema, gerne belächelt, von Kindern allerdings immer als „coooole Schlappen!“ betitelt. Viele der Läufer kannten sich, einige sind sogar aus Himmelgeist nach Langenfeld gelaufen um dann wieder zurück zu traben.
Es gab ein paar kurze Ansprachen vom Düsseldorfer Oberbürgermeister (begeisterter Läufer) der auch erstmalig dabei war, sowie einigen anderen Organisatoren, und dann ging es einfach los.
Ich bin davon ausgegangen dass es sich um einen geselligen gemeinschaftlichen Lauf handelt und wunderte mich dass da ein paar echt schnelle Typen losballerten. Also scheinbar gehts um irgendwas, dann kann ich ja auch einfach mal losrennen. Fix das Feld aufgerollt, die zwei schnellsten Hirsche sind bereits uneinholbar weit vorne, ich hab schließlich einen drahtigen Läufer in meinem Tempo gefunden und bin mit ihm plaudernd gute 6km in 4:00er Pace zusammen gelaufen. Von ihm hab ich dann auch erfahren dass es sehr wohl eine Zeitmessung der ersten drei gibt und dass der dritte Platz dieses Jahr mir gehören würde, er müsste gleich mal langsamer machen, fühlte sich nicht so richtig toll. Irgendwann hab ich nur noch ein „viel Erfolg!“ gehört und der Kollege war weg. Ich also alleine weiter, irgendwo hinter mir folgte ein Läufer in weissem Shirt, aber eher ungefährlich für meine Platzierung. Das Feld hatte sich sehr weit auseinandergezogen, ich war plötzlich wirklich völlig alleine unterwegs.
Die Beschilderung der mir komplett unbekannten (und wirklich sehr schönen!) Route war recht gut, bis es dann passierte, auf den letzten zwei Kilometern bin ich falsch abgebogen, fand mich irritiert in einem Hof und einer Sackgasse wieder. Schnell umdrehen, da sah ich auch schon Weisses Shirt, der mich rüberwinkte. Kurzer Dank an den freundlichen Kollegen und ein wenig Flucherei, dann wieder ab in mein Tempo. Den Dritten wollte ich mir durch diesen Patzer nicht nehmen lassen.
Nochmal kurz durch Felder und pralle Sonne, die letzten Meter durch Himmelgeist geprescht und dann der Zieleinlauf in das Kirmes-Festzelt, unter tosendem Applaus der Anwesenden. Großartig!
Die beiden Erstplatzierten erwarteten mich bereits, waren satte 7 Minuten vor mir da. Ich bin die 15,75km in 1:06:45 gelaufen und fühlte mich prima. Endlich mal ein echtes Treppchen 🙂
Die letzten Läufer wurden abgewartet, auch Oberbürgermeister sowie der Organisator trudelten bald ein.
Erst danach folgte die Ehrung der ersten drei Radfahrer (die Strecke konnte auch mit dem Rad bewältigt werden) und schließlich von uns Läufern.
Alles „dörflich-rustikal“ mit toller Stimmung. Ich mag diese kleinen Läufe einfach, hier ist alles authentisch, es geht um den Sport und in diesem Fall um die Spende. Und alle haben phänomenal gute Laune, sowas tut einfach gut.

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Gewinner-Trio mit Oberbürgermeister Thomas Geisel (3-1-OB-2)

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„Steht da nicht rum wie die Ölgötzen, macht mal was!“ Ok. 🙂

Nächstes Jahr bin ich wieder dabei. Und wer weiß, vielleicht ziehen wir tatsächlich mal nach Himmelgeist, ist echt schön dort.

Vernunft schon wieder

Was hab ich mich auf den Monschau Ultra dieses Jahr gefreut!
Super früh angemeldet, sehr gut mein „Plan“ durchgezogen, nichts übertrieben, trotzdem gefordert, ohne Höhenmeter-Training geht halt nix in der Eifel, nur um mir dann eine Woche vorher (eine Woche!!) beim schnellen bergab rennen eine ordentliche Wadenzerrung einzufangen. Ja ich war sehr schnell, ja das war ein fieser Trail, nein ich habe keinen technischen Fehler begangen, vermutlich ging es einfach zu heftig bergab und der eigentlich schöne kühle Regen hat mir den Rest gegeben, etwas mehr aufwärmen vorher hätte vielleicht geholfen. „Hätte hätte …“, was auch immer.
Da saß ich dann also am Freitag im regnerischen Wald, massierte mir die Wade in der Hoffnung dass das schnell wieder weggeht, ging es aber nicht. Also langsam nach Hause getrabt, gekühlt, massiert und die Schaumstoffrolle rausgeholt. Einige Tage Pause und gut dran gearbeitet, am Dienstag einen sehr ruhigen Lauf angetestet, flache Strecke ging zwar gut, aber die Eifel ist nicht flach. Treppe war dann schon wieder „suboptimal“.
Entscheidung: sei nicht dumm, sag ab.
Ein Fiasko wie in Düsseldorf möchte ich in der Eifel nicht erleben.
Gesagt getan, Mail an das Moma-Team geschrieben (gehört sich so finde ich) und eine nette Antwort bekommen, es gäbe ja die Option entweder aufs nächste Jahr zu schieben oder eben jemand anderen mit der Startnummer zu beglücken.
Aus Elkes Blogbeiträgen der letztem Wochen wusste ich, sie startet in Monschau, also fix angemailt, vielleicht fällt ihr jemand ein der/die noch eine Startnummer sucht.
Die Suche dauerte nicht lange und Heidrun war gefunden. Die Umbuchung ging sehr reibungslos, von Ultra auf Genuss-Marathon, und die beiden hatten heute einen tollen Genuss-Marathontag in Monschau 🙂
Ich dagegen schaue zwar etwas neidisch auf die Bilder in Elkes Blogbeitrag, aber bin fein mit der Entscheidung, das wäre nicht gut gegangen und von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen, siegt bei mir ja eigentlich immer die Vernunft.

Heute war ich dann statt im hügeligen Wald vorsichtshalber lieber am flachen Rhein unterwegs und hab mir einen etwas schnelleren 21km „Monschau-Solidaritätslauf“ zum austesten gegeben, die Wade war still, aber zuhause musste ich dann nochmal dran herum massieren, ganz weg ist die Sache also noch nicht.
Fazit: alles richtig gemacht.  Dann bereite ich mich eben auf andere Klamotten vor die dieses Jahr noch anstehen.

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Hitzerekorde und trotzdem laufen

Nun sind dann wohl in diesem Sommer endlich etliche Hitzerekorde gebrochen wurden, bei uns im Rheinland hatten wir heute irgendwas um 40°C. Klarer Fall, bei solchen Temperaturen vermeide ich zu laufen, das ist womöglich etwas ungesund und vor allem macht es echt kein Spaß.
Was also tun? Ganz einfach, so früh wie möglich morgens laufen. Die zwei "kühlsten" Stunden des Tages ausnutzen.
In meinem Fall heißt das: um 04:20 Uhr raus aus den Federn und zehn Minuten später trabe ich bereits in noch völliger Dunkelheit über die Strassen. Stirnlampenzeit.
Die Stadt ist dann noch sehr ruhig, ich kann mangels Autos beruhigt alle Verkehrsregeln missachten, renne zum Rhein und staune dass trotz der frühen Uhrzeit die Temperaturen bereits bei 23-25°C liegen. In der beginnenden Dämmerung ist das aber gut erträglich, klatschnass geschwitzt bin ich trotzdem nach nichtmal 5km.
Meine morgendlichen Laufrunden sind immer so zwischen 15-18km, je nachdem welche Route ich wähle. Mehr möchte ich nicht machen, anschließend muss ja den gesamten Tag über noch konzentriert gearbeitet werden.
Um kurz vor 6 trudel ich dann dann optimalerweise wieder zuhause ein, trinke unfassbar viel und geniesse mein verdientes Frühstück.
Auf Dauer morgens zu laufen wäre mir wahrscheinlich irgendwann zu nervig, allein schon durch das einzuhaltende Zeitfenster, aber im Moment ist das eine tolle Lösung bei diesen Temperaturen und macht mir wirklich Spaß.
Die längeren Läufe kommen dann einfach am Wochenende im hügeligen Wald dran.

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Wenn die Startnummer zur Zielzeit wird

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Der Halbmarathon im beschaulichen Himmelgeist, auch Brückenlauf genannt, gehört ganz klar zu meinen Lieblingslaufveranstaltungen. Überschaubar (maximal ca. 860 Teilnehmer), sehr freundlich, gut organisiert und die Strecke ist überwiegend flach und sogar durchaus schön.
Nachdem ich letztes Jahr nicht mitmachen konnte, ging es heute zum mittlerweile vierten Mal an den Start.
Es war um 8 Uhr schon recht warm, später auf der Strecke ging die Temperatur ziemlich fix in eine unangenehme Höhe. Wegen der zu erwartenden Hitze gab es die Möglichkeit die Strecke auf 11 km zu verkürzen, kein Thema für mich, das wurde aber von 18 Läufern wahrgenommen, also eine gute Entscheidung vom Veranstalter.

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Der Startschuss fällt immer so „ab 8 Uhr“, erst fährt noch ein Linienbus durch. Das heißt, alle müssen nochmal runter von der Straße, auf die Bürgersteige. „Traditionell“ wird die Durchfahrt des Busses dann von einer deftigen Laola-Welle aller Teilnehmer begleitet, quittiert von einem sehr breiten Grinsen des Busfahrers.
Nach der Busdurchfahrt ist jegliche vorherige gezielte Aufstellung natürlich für die Katz, alles sortiert sich dann irgendwie sehr schnell neu, der Countdown zählt runter und los gehts.
Wie bisher, lasse ich mich gar nicht erst in das Gewusel auf der Straße ziehen, sondern warte einfach kurz auf dem Bürgersteig bis sich eine kleine Lücke ergibt und sprinte dann los.
Wegen der Hitze bin ich entspannt ohne große Zeitvorgabe losgelaufen, grob geplant wäre irgendwas um 1:35 bis 1:40 völlig ok gewesen. Auf den ersten 5 km bemerkte ich dann aber schon, dass es sehr gut läuft, teilweise hatte ich eine Pace von 3:55 auf der Uhr stehen. Nicht in Übermut verfallen, lieber etwas bremsen, nicht auf den letzten Kilometern einbrechen.
Das Feld hatte sich diesmal schon früh auseinander gezogen, die schnellen Helden sind in zwei Gruppen vorgeprescht, danach folgten ein paar Einzelkämpfer, mit mir dazwischen. Schönes freies Laufen im eigenen Tempo, so mag ich das.
Schon nach etwa 4 Kilometern geht es rauf auf die Fleher Brücke zur anderen Rheinseite, die erste von sehr wenigen Steigungen und erstmal rein in die pralle Sonne. Nach der Brücke wird die Strecke überwiegend schattig, flach und schnell.
Bei Km10 rief mir ein Streckenposten die aktuelle Platzierung zu, ich bekam „32!“ mit auf den Weg und freute mich. Schon klar, irgendwelche schnellen Hirsche laufen defensiv und auf negativen Split irgendwo hinter mir, die kommen noch, den Platz werde ich nicht behalten.
Ab km12, mitten auf der zweiten Brücke, fuhr plötzlich ein Begleitungsfahrrad neben mir her, nicht für mich, sondern für die schnellste Frau die das Feld von hinten aufrollte. Eine Weile konnte ich mit ihr mithalten, hab sie dann aber ziehen lassen, da waren ein paar Gramm mehr Ehrgeiz im Spiel als bei mir.
Alle VPs wurden mitgenommen, jedesmal gab es aber nur einen Becher Wasser über den Kopf. Einen Schluck zu trinken gönnte ich mir nur einmal am letzten VP, dort hab ich dann auch ganz kurz den Kopf in eine Wasserwanne gesteckt.
Die letzten paar Kilometer geht es nach den zwei Rheinbrücken, viel Sonne, etwas Schatten und Natur wieder zurück nach Himmelgeist. Die freundlichen Einwohner hatten wieder mal jede Menge Wasserduschen für uns Läufer improvisiert, ein Genuss! Ich konnte nicht anders und hab fast jede mitgenommen, klatschnass und gut gekühlt war wieder mehr Tempo drin.
Auf den letzten 800 Metern wird es etwas gemein. Statt nach rechts Richtung Ziel zu laufen (gut zu sehen, sehr gut zu hören), gibt es nochmal eine kleine Schlaufe durch die Siedlung. Das ist der Demotivationshammer wenn man die Strecken nicht kennt, ich erinnere mich noch gut an meine erste Teilnahme.
Und dann plötzlich nach einer Kurve, geht es auf den schnurgraden Zieleinlauf, nochmal Dampf machen, über die Matte sprinten, Medaille abgreifen und pfiffigerweise noch etwas weiter traben (Lehrstunde Luxemburg HM).
Blick auf die Uhr: 1:29:46!
Also endlich die 1:30 geknackt! Nicht wirklich geplant und deshalb umso erfreulicher.
Der Hammer ist allerdings: ich hab teilweise in der prallen Sonne regelrecht „getrödelt“, die kurze Pause um den Kopf in den Trog zu stecken hat auch Zeit gekostet. Da ist also möglicherweise sogar noch mehr drin. Wieder ein neues Ziel.
Und nicht zu vergessen, das ganze in Fivefingers. Da wird man am Start ja immer gerne etwas belächelt, hinterher bin ich allerdings der mit dem Lächeln.
Später erst wurde mir klar, dass meine Startnummer die 129 war, passt ja wunderbar zur Zielzeit 1:29.

Im Zielbereich hab ich dann wirklich reichlich Wasser in mich reingeschüttet, noch eine Weile mit einigen mittlerweile bekannte Läufern gequatscht und mich dann zur großartigen Trecker-Dusche im „Nachzielbereich“ begeben:
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Fazit: Platz 36 von 732 Halbmarathon-Finishern.
Mir gehts super und nächstes Jahr bin ich wieder dabei.

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9 Jahre Laufen

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Seit mittlerweile fast genau neun Jahren drehe ich regelmäßig meine Laufrunden.
Der Auslöser war Ende Juni 2010 eine auffällig mangelnde Ausdauer, die sich manifestierte, als ich mal schnell ein paar Etagen Treppe hochlaufen musste und dabei kläglich versagte. Bis dahin glaubte ich wirklich topfit zu sein.
Einen Tag später stand ich im Lauf-Fachgeschäft und hab nach ausführlicher Beratung ein paar Laufschuhe gekauft. Und schon abends ging es los, vorerst mit viel Mühe auf kurzen Strecken.
Bereits von Anfang an wurde jeder Kilometer notiert, mit Zeit und so, ihr kennt das. Eine GPS-Uhr folgte erst wesentlich später. Mir hat es sehr geholfen dran zu bleiben und um die zarten Fortschritte zu sehen. Es ging mir ja erstmal nur um die mangelnde Ausdauer für mehr war mein Kopf auch gar nicht bereit.
Jeder Laufanfänger weiß: die Fortschritte kommen zuerst schnell und sind motivierend, später wird es etwas mühsamer. Mein Schweinehund hat allerdings ziemlich früh aufgegeben, Laufen hat mir sehr schnell, sehr viel Spaß gemacht.

Irgendwann fingen die erste Blogversuche (eher als Tagebuch) an, zuerst mal hier mal dort, nur in kleinen Netzwerken, Anfang 2015 wurde immerweiterlaufen.de als feste "Homebase" daraus.
Ich wollte mehr ehrliche Erfahrungsberichte und Tipps von anderen Läufern lesen und vor allem Läufer kennenlernen und mich austauschen können. Dafür ist ein Blog super geeignet. Mittlerweile erfreue ich mich an vielen supernetten Kontakten die auf diesem Wege zustande gekommen sind. Allein dafür hat sich die Lauferei schon gelohnt.

Zwei Jahre später ergab sich aus purer Neugier der erste 10km Volkslauf, 2014 aus Ehrgeiz der erste Halbmarathon und dann 2015 der erste Marathon, weil ich wissen wollte ob ich das kann.
Der erste 56km Ultramarathon 2017 hat dann Grenzen und Anspruch vollkommen verschoben, beziehungsweise bereits das Training für den Ultra hat einiges in mir in Gang gesetzt, das auch heute noch nicht abgeschlossen ist.
Einfach zu laufen ist eine Sache, auf etwas hinzulaufen eine andere. 5km oder 10km kann man auch als Freizeitjogger (und das meine ich absolut positiv) recht gut hinbekommen. Für einen Halbmarathon muss man auch schon mal regelmäßiger raus, auch wenn das Wetter mistig ist.
Um Marathon in einer geplanten Zielzeit zu laufen, ist eine Portion Ehrgeiz absolute Bedingung. Na klar, die 42km kann man auch unter der Prämisse "Hauptsache ankommen" durchziehen. Diesen Anspruch hatte ich aber bereits nach dem ersten 10er schon nicht mehr. Wenn schon mitmachen, dann will ich an dem Tag auch das Beste aus mir rausholen. Ansonsten könnte ich mir das Geld und den Aufwand doch einfach sparen und meine Abendrunde entsprechend verlängern (was durchaus eine tolle Sache sein kann!).
Auf einen Ultra in der bergigen Eifel zu trainieren, das war allerdings nochmal eine andere Nummer, zumal es hier in Düsseldorf keine echten Berge zum Testen gibt. Da bleibt nur eins: laufen, laufen, laufen, danach noch mehr laufen. Und sich immer und immer wieder durch die lokalen Hügelchen quälen. Bis die Beine glühen.
Als die Marathon-Idee aufkam, hab ich mit diversen populären Plänen rumhantiert, alle namenhaften Helden und Buchautoren waren dabei. Um allerdings sehr schnell zu merken, das ist überhaupt nicht meins. Auch wenn es nun etwas ambitionierter wurde, der Spaß sollte erhalten bleiben, auf ausgefeilte Stundenpläne hatte (und habe) ich überhaupt keine Lust.
Also lief es darauf hinaus nach Körpergefühl zu trainieren, mindestens einmal die Woche einen langen Lauf durchziehen, der zum Marathon hin immer länger wurde, danach Taperingwoche einhalten und gut. Wobei sich die Definition "langer Lauf" mittlerweile auch gewaltig verschoben hat. Die Herausforderung von vor ein paar Jahren ist jetzt zum Beispiel die normale Distanz meiner gemütlichen Abendrunde.
Diese Art zu trainieren hat sich bei mir so bewährt, aber ist selbstverständlich keine Empfehlung für andere. Das alles ist logischerweise stark abhängig von Umfang und Intensität des restlichen Trainings.
Ich renne pro Woche zwischen 60 -100km in eher schnellem Tempo. Manchmal sogar mehr. Das ist mein Wohlfühl-Laufen. Genauso macht mir das Laufen Spaß. Ich möchte und muss mich beizeiten auspowern.
Wer hier regelmäßig mitliest, kennt meine Marotten.
Innerhalb dieses Umfangs baue ich dann rechtzeitig und gezielt immer wieder einige Spitzen ein, die mich auf mein nächstes Abenteuer vorbereiten. Das ist dann mein einziger Plan, ab und zu steht im Kalender sowas wie "sehr langer Lauf" oder "Langer Waldlauf" oder "Höhenmeter sammeln" als Erinnerung. Und manchmal schaue ich sogar vorher in diesen Kalender. Funktioniert, ist realistisch, passt in mein Leben, macht Spaß.
Der Ermüdungsbruch letztes Jahr, sowie der abgebrochene Marathon dieses Jahr, zeigten mir krachend dass der Körper nicht alles verzeiht. Sowas muss man nicht erleben, war am Ende dann aber für mich sehr lehrreich. Manche Fehler begeht man eben nur einmal.
Ich habe in den letzten neun Jahre auf jeden Fall extrem viel gelernt, fühle mich aber immer noch oft genug wie ein Anfänger, ein wenig Demut schadet nicht.
Ich bin Schritt für Schritt von "normalen Laufschuhen" auf minimales Schuhwerk, hauptsächlich Fivefingers, umgestiegen. Fühle mich jetzt fitter, gesünder und ausgeglichener als "damals" mit Anfang 40. Hab nicht nur, wie erhofft, meine körperliche Ausdauer verbessert, sondern auch im Kopf passiert eine Menge positives, immer noch, das ist spannend. Und nicht selten bin ich stolz wie Bolle, auf ein neues erreichtes Ziel.
In einfachen Worten: Laufen tut mir wirklich rundum gut.
… dabei wollte ich doch einfach nur meine Ausdauer verbessern 🙂

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Und weg damit

Was mich als mittlerweile routinierten Fivefingers-Läufer da heute geritten hat, weiß ich auch nicht …
Feierabend, höchste Zeit für die Abendrunde. Die roten Newtons lachten mich an und sagten: nimm uns doch heute mal mit auf die Laufrunde! Mach schon! Wir sind auch klasse! Naja, wieso eigentlich nicht?!
Und so schlüpften meine verwöhnten Füße seit längerer Zeit mal wieder in "normale Laufschuhe" (ok, diese superleichten Newtons MV3 sind harte und flache Wettkampfschuhe, also auch nicht so ganz normal), kurzes Anpassen, Nachschnüren, ab auf die Strasse. Toll, wie früher. Nee doch nicht. Passt irgendwie nicht, nochmal die Schnürsenkel nachziehen. Ein paar hundert Meter traben, na geht doch! Ok, besser nochmal die Schnürsenkel enger machen, die Ferse fluppt hinten raus. Weiter traben, super, läuft. Aber schon ungewohnt so ohne Zehenfreiheit. Und die Sohle ist dick. Und jetzt drückt es von oben. Wieso ist das eigentlich so unflexibel? Vorsicht, nicht schludern, Füße hoch. Es macht mit jedem Meter weniger Spaß. Es macht eigentlich überhaupt keinen Spaß. Ich werde langsam sauer und beginne diese Idee zu bereuen.
Egal, ging ja früher auch, also Tempo hoch und ab dafür. Bei Tempo ist ja etwas mehr Konzentration angesagt, deshalb knappe 3 Kilometer kaum Gedanken an das Schuhwerk vergeudet. Rote Ampel. Stopp. Einzelne Zehen schmerzen, fühlen sich saumäßig unwohl, eingeschnürt. Das ist nicht richtig so. Das geht so nicht.
Sch****dreck! Mir reichts mit den Schuhen.
Noch bis zur Rheinwiese. Dort Schuhe aus. Wohltat!!! Ab in die Hand damit und weiter ging es Barfuß.
Und dann sah ich sie, die Erlösung, die Entscheidung, das schönste und verheißungsvollste Stadtinventar weit und breit. Die Mülltonne! Fix die Schnürsenkel zusammengebunden und ohne groß drüber nachzudenken, weg damit. Rein in die Tonne. Entsorgt. Kapitel geschlossen.
Ein älteres Pärchen schaute erstaunt zu und plötzlich machte die Frau den Daumen hoch und lachte laut. "Schnauze voll!" rief ich lachend rüber. Die fand das mindestens so gut wie ich.
Und weiter ging es, befreit, volles Brett barfuß. Was für ein Spaß, was für ein Genuss! Mit viel Tempo und einem breiten Grinsen im Gesicht.
Wie es der Zufall wollte, war mal wieder irgendeine Laufgruppe auf den Rheinwiesen, mit einem Schuhsponsor und allem pipapo. Die sind da öfter. Diverse Schuhe anprobieren und eine Runde traben. Es geht ums Verkaufen. Völlig ok wenn man das mag. Ich bin schnell vorbei geballert und hab dafür natürlich seltsame Blicke kassiert.

Nun waren die Schuhe in der Tonne und meine Uhr zeigte nicht mal 4 Kilometer an. Ohne groß nachzudenken, hab ich mich einfach weiter auf meine übliche Strecke begeben, erst auf die andere Rheinseite, dort am Pappelwäldchen entlang, an der Kirmeswiese vorbei und über die nächste Brücke zurück auf "meine" Rheinseite, noch eine Ehrenrunde am Tonhallen-Ufer und Robert-Lehr-Ufer (super schmeichelnder Asphalt), wieder auf die Rheinwiesen und ab nach Hause. Zufrieden. Ohne Blessuren. Alles viel leichter als ich dachte.
Das wirklich erfreuliche ist meine Gesamtbilanz dieses Laufs: 16,6km – 01:13:50 (4:26 Pace) – 92er Kadenz (184 Schritte/Minute). Eher noch ein Tuck schneller als normal und trotzdem weniger anstrengend. Ok, die Strecke war auch kürzer als üblich, aber es ist offenbar noch Luft nach oben. Und ich bin ewig nicht mehr (seit 2017?) so lange am Stück barfuß gerannt.

Barfuß laufen macht wirklich riesig Spaß, aber geht leider nicht überall hier in der Stadt. Weiter draussen schon überhaupt nicht. Und bock darauf werd ich auch nicht immer haben, jetzt ist das Wetter natürlich klasse dafür und es ist hell am Abend, keine Gefahr irgendwo reinzutreten.
Üblicherweise laufe ich die letzten paar Kilometer meiner Runden fast immer barfuß, das werden dann eben ab jetzt mal mehr letzte Kilometer. Dafür hat es heute zu gut geklappt um das jetzt wieder liegen zu lassen.
Und ansonsten eben wie gewohnt mit Fivefingers. Hätte nie gedacht dass diese Teile mir mal so gut tun und so viel Spaß bringen.
Wahrscheinlich bin ich jetzt endgültig versaut für normale Laufschuhe. Gibt schlimmeres.

Allez! Allez! Olli!

Endlich war es soweit, ich konnte mein Weihnachtsgeschenk einlösen: der Start zum Halbmarathon beim sagenhaften Luxemburger Night Marathon.
So ein Halbmarathon geht ja bekanntlich immer, kniffeliger wird es, wenn man die Strecke nicht kennt, es plötzlich krachender Hochsommer ist und das Höhenprofil vorab nicht ausgiebig betrachtet wurde.
Wir waren bereits einen Tag vorher gemütlich angereist, die Stadt wollte ja auch noch etwas erkundet werden. Vorab aber erstmal mit dem Bus zum Expo-Gelände nach Kirchberg, dem zentralen Punkt für alles um den Marathon. Große Messe, Startunterlagen, Start- und Zielbereich. Alles sowas von gut organisiert und freundlich, dass ich schon einen Tag vorher restlos begeistert war.
Die Startunterlagen hatte ich schnell abgeholt (recht üppiges Paket übrigens), Wasser gab es gleich mehrfach („das Wetter…“) und dann ging es mit dem Bus wieder zurück in die Stadt um den Sommerabend in den Gassen zu geniessen.
Gestartet wird um 19 Uhr, also konnten wir noch den halben Samstag verbummeln, ich hatte mich bereits von einer Wunschzielzeit verabschiedet, es wurde heiß (über 27°C) und mir wurde während der Busfahrten das Höhenprofil der letzten 5km bewusst.
Die Shuttlebusfahrten waren super organisiert, freundliche Helfer an den Stationen und nur knappe 15 Minuten Fahrt bis zum Expogelände. Ich hatte diesmal entschieden dass der Klamottenbeutel abgegeben wird (sonst hat den meine Liebste immer mit sich rumgetragen), der Nachzielbereich ist groß und ich wollte dann schnell aus den nassen Sachen raus. Also weg mit dem Beutel und rausgeschlängelt, für die restliche Wartezeit noch ein schattiges Plätzchen suchen (nicht einfach).
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Zehn Minuten vorm Startschuss, ab in die Startbox B. Menschenmengen. Musik. Party. Hier schon unglaubliche Stimmung. Mehrfaches Ansprechen auf die Fivefingers. Nette Typen kennengelernt. Sprachendurcheinander. Angeblich insgesamt 16.000 Läufer am Start, Staffeln, HM (ca. 6.700) und Marathon (ca. 1.330). Das ist fett.
Gemeinsames Runterzählen, Startschuss, Konfettikanone, kurzes anlaufen, dann wieder gehen, noch 50 Meter bis zur Linie. Um über die Startlinie zu kommen brauchte ich ewige 1:18 Minuten, und das aus Startblock B… wie es wohl den Kollegen aus den hinteren Blöcken ging?!
Dann aber los, ab gings nach ganz kurzem Anstieg erstmal runter, in meiner normalen Pace. Sehr erfreulich, nach bereits 1km war eine Verpflegungsstation aufgebaut, toll für mich und viele andere, grade kurz nach dem Start ist mein Rachen oft völlig trocken (Aufregung blabla). Ein Schluck Wasser geschnappt, den Rest überm Kopf, nicht stoppen, laufen.
Die Strecke ist anfangs nicht besonders schön, es geht durch Kirchberg, Bürotürme, kleine Siedlungen, aber trotzdem waren hier schon großartige Stimmungs-Hotspots. Bei dem Wetter wollte einfach jeder draussen feiern. Das pusht und macht brutal Spaß.
Anfangs hab ich mich gefreut dass ständig alle meinen Namen riefen, bis mir klar wurde, die rufen Allez! Allez! nicht Olli! Olli! Kleiner Lachanfall und weiter.
Unterwegs hab ich tatsächlich fast jede Wasserstelle für einen kleinen Schluck Wasser genutzt und vor allem jede Dusche, einfach reinlaufen, erfrischen und freuen, bei diesen Temperaturen der pure Genuss.
In Kirchberg war ja schon ordentlich Partystimmung, aber was dann in der Stadt los war, damit hab ich nicht gerechnet. Einfach gesagt: die Luxemburger, die können feiern!
An der kompletten Strecke jubelnde, anfeuernde Menschenmassen, Musik, gute Laune, unfassbar! In der Stadt wurde es verwinkelt, harte Kurven, kleine Passagen, frische Luft im Park, dann der Lauf auf den Place Guillaume II, ein Hexenkessel, hier trennen sich bei ca. km15 die Halbmarathonis von den Marathonläufern, nochmal kurz durch die Gassen und dann wieder zurück über die Pont Grand-Duchesse Charlotte aufwärts nach Kirchberg.
Die gesamte Strecke ab der Brücke geht es aufwärts, absolut keine Gnade auf den letzten 5km, ehrlich gesagt bin ich dieses Teilstück fast am Limit gelaufen und hab dann einen Gang zurückgeschaltet. Das war gut so, erst knappe 200 Meter vorm Ziel geht es wieder bergab, plötzlich läufst du volles Brett in die Messehalle, helles Licht, Musik, Party, Gogogirls, jubelnde Menschen, eine Kurve noch und zack! im Ziel! Ich stoppe glücklich, mir wird sofort kotzschlecht, besser noch etwas weitertraben, der großzügige Nachzielbereich hat Platz für sowas. Da gab es übrigens sogar Kotztüten, ich hab mir eine gegriffen. Merke für das nächste mal: auf den großen Teller Fritten vor dem Lauf unbedingt verzichten.
Eine Medaille gab es natürlich auch und ein echt fettes Angebot an Leckereien. Mit dem Hunger das hielt sich etwas in Grenzen, aber gute zwei Liter Iso und Wasser hab ich mir fast auf Ex gegeben.
Dann schnell den Kleiderbeutel holen (und das ging wirklich schnell, trotz der Menge), zur Dusche, umziehen, raus aus dem exklusiven Läuferbereich und endlich von der Liebsten bejubelt werden.
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Die Heimfahrt zum Hotel ging auch völlig problemlos, der Shuttleservice, so wie alles andere auch, war perfekt organisiert.
In der Stadt angekommen konnten wir sogar noch etliche Marathonläufer anfeuern, ich war aber echt froh dann bald im Hotelzimmer zu sein.

Alles in allem ein zum Schluss anstrengender aber superklasse Halbmarathon!
Die Marathonläufer sind allerdings wirklich die Helden, bei diesem Wetter 42km kreuz und quer durch die Stadt, das ist kein Zuckerschlecken. Besonders wenn ich an die letzten paar Kilometer denke.

Meine Zielzeit netto 01:39:13, Platz 355 (22 in AK M50), voll zufrieden.
Bestzeiten kann ich woanders laufen, das hier war ein Partylauf unter besonderen Bedingungen 🙂

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Status Update Parkrun

Der Parkrun findet wöchentlich statt und ich war heute (erst) zum zweiten mal dabei. Und nein, es wird hier jetzt nicht jedesmal einen Bericht geben.
Heute allerdings verkünde ich stolz: nachdem ich es noch nie unter 20 Minuten geschafft hatte, ist meine 5km-Bestzeit endlich geknackt, ich bin mit 19:16 Minuten durchs Ziel gerannt. Große Freude 🙂
Wir waren heute wieder nur 20 Läufer, darunter immerhin ein bekanntes Gesicht, der Sieger vom ersten Düsseldorfer Parkrun. „Startschuss“ und die erste Runde ging mir sehr flott von den Fivefingers. Irgendwann hab ich sogar mal einige Zeit geführt (das gabs noch nie bei mir), dann schloss langsam aber sicher ein anderer Kollege auf. Wir haben uns eine Zeitlang gegenseitig gezogen, aber auf die letzten 500m musste ich ihn ziehen lassen, einfach zu schnell der Kerl und ein absolut verdienter Sieger (aus Australien übrigens).
Im Ziel war ich selber überrascht über meine Zeit, am Vorabend hatte ich noch einen schnellen 18k Lauf gemacht und wirklich nicht damit gerechnet am folgenden Samstagmorgen irgendwas zu reissen.
Jedenfalls war es wieder ein großer Spaß in sehr freundlicher Atmosphäre. Wer Parkrun in der Nähe hat, sollte da echt mal mitmachen, es lohnt sich!
Und vielen vielen Dank an die Helfer, ohne ginge es nicht!
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Meinen An- und Abreiseplan hab ich auch schon optimiert, hin ging es wieder mit der S-Bahn, aber zurück bin ich gelaufen. Eine wider Erwarten dann doch recht angenehme Strecke, zuerst zum Rhein, dort hab ich voller „Schrecken“ bemerkt dass dieses Wochenende Japan-Tag ist, die Rheinuferpromenade war bereits nicht mehr lauffähig, zu viele verkleidete Manga-Fans unterwegs.
Also einen Extraschlenker über die Brücke auf die andere Rheinseite und dann über die nächste Brücke wieder zurück. Das war am Ende gut so, auf diesem Weg wurde an meinen schnellen 5km-Parkrun noch ein gemütlicher 10er drangehängt.
Ein gelungener Samstagmorgen 🙂

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